Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Libysche Milliardenaufträge für Frankreich

10. Dez 2007 20:29
Gaddafi und Sarkozy machen Milliarden-Deals (Archivbild)
Bild vergrößern
Politisch war der Besuch des libyschen Staatschefs Gaddafi in Frankreich sehr umstritten, zumal er ausgerechnet am Tag der Menschenrechte stattfand. Wirtschaftlich hat er sich jedoch ausgezahlt.

Frankreich hat mit dem libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi Wirtschaftsverträge in Höhe von rund zehn Milliarden Euro vereinbart. Die Abkommen unter anderem für Waffenlieferungen und den Bau eines Atomkraftwerks seien die Gegenleistung für Fortschritte Libyens, sagte Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Montag.

Mehr in der Netzeitung:
Der Besuch Gaddafis in Paris stieß selbst in Regierungskreisen auf Kritik: Die Ministerin für Menschenrechte zeigte sich entsetzt darüber, dass Gaddafi ausgerechnet am Internationalen Tag der Menschenrechte erwartet wurde. Diese Symbolik sei ein Skandal, sagte Rama Yade. Außenminister Bernard Kouchner, Yades Vorgesetzter, verteidigte indessen die Einladung. «Es ist ein Risiko, aber wir halten unsere Augen offen», sagte Kouchner dem Radiosender France Inter.

Er hoffe, dass Gaddafis erster Frankreich-Besuch seit 34 Jahren zu einer Normalisierung der Beziehungen führen und die Rückkehr Libyens in die internationale Gemeinschaft festigen werde. Die Regierung in Tripolis war jahrzehntelang international isoliert und galt als Unterstützer des internationalen Terrorismus.

Die Wende kam 2003, als sich Libyen zur Entschädigung der Hinterbliebenen des Bombenanschlags von Lockerbie bereitfand und ihren Verzicht auf ein geheimes Atomwaffenprogramm erklärte. Sarkozy sagte nach dem Treffen mit Gaddafi, Frankreich müsse «diejenigen ermutigen, die dem Terrorismus abschwören, die dem Besitz von Atomwaffen abschwören». Seine Regierung wolle «mit all denen sprechen, die auf den Weg der Achtbarkeit zurückkehren wollen und sich wieder in die internationale Gemeinschaft integrieren wollen».

Milliarden für Airbus-Flugzeuge

Menschenrechtsministerin Yade nannte es im Interview von «Le Parisien» indessen völlig unangebracht, dass Gaddafis Besuch von Vertragsabschlüssen gekrönt werden solle. «Oberst Gaddafi muss verstehen, dass unser Land kein Fußabtreter ist», sagte sie. Die vereinbarten Wirtschaftsverträge enthielten auch ein Abkommen in Höhe von drei Milliarden Euro zum Kauf von Airbus-Jets, zitierte «Le Figaro» einen Sohn Gaddafis.

Der Staatschef folgte einer Einladung Sarkozys im Zuge der Freilassung von fünf bulgarischen Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt. Sarkozy hatte sich persönlich für die Aufhebung der Todesstrafe gegen die sechs Ausländer eingesetzt, die Libyen für die HIV-Infektionen libyscher Kinder verantwortlich gemacht hatte.

Ursprünglich war der Besuch für die Dauer von drei Tagen angekündigt. Gaddafi hat jedoch von sich aus auf sechs Tage verlängert. Er übernachtet in der offiziellen Gästeresidenz des Staatspräsidenten in der Nähe des Elysée-Palastes. Aus Respekt für die «Wüstentradition» werde für Gaddafi ein Beduinenzelt im Garten errichtet, teilte Sarkozys Sprecher David Martinon mit. Die geplanten Treffen mit Sarkozy würden allerdings in den Räumen des Palasts stattfinden. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Einigung mit Wenn und Aber: 
US-Truppenabzug aus Irak bis 2011 vereinbart
Wiederaufbau im Irak: 
Ein Geistergefängnis als Symbol
 
Irische Demonstranten verlangen Respekt für ihr Nein: 
Sarkozy ganz kleinlaut in Dublin
 
Entführung in der Provinz Parwan: 
Deutsche Geisel in Afghanistan befreit
 
Nach Gefangenenaustausch in Nahost: 
Hamas will deutsche Vermittler
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.