10. Dez 2007 20:29
Politisch war der Besuch des libyschen Staatschefs Gaddafi in Frankreich sehr umstritten, zumal er ausgerechnet am Tag der Menschenrechte stattfand. Wirtschaftlich hat er sich jedoch ausgezahlt.
Der Besuch Gaddafis in Paris stieß selbst in Regierungskreisen auf Kritik: Die Ministerin für Menschenrechte zeigte sich entsetzt darüber, dass Gaddafi ausgerechnet am Internationalen Tag der Menschenrechte erwartet wurde. Diese Symbolik sei ein Skandal, sagte Rama Yade. Außenminister Bernard Kouchner, Yades Vorgesetzter, verteidigte indessen die Einladung. «Es ist ein Risiko, aber wir halten unsere Augen offen», sagte Kouchner dem Radiosender France Inter. Er hoffe, dass Gaddafis erster Frankreich-Besuch seit 34 Jahren zu einer Normalisierung der Beziehungen führen und die Rückkehr Libyens in die internationale Gemeinschaft festigen werde. Die Regierung in Tripolis war jahrzehntelang international isoliert und galt als Unterstützer des internationalen Terrorismus.
Die Wende kam 2003, als sich Libyen zur Entschädigung der Hinterbliebenen des Bombenanschlags von Lockerbie bereitfand und ihren Verzicht auf ein geheimes Atomwaffenprogramm erklärte. Sarkozy sagte nach dem Treffen mit Gaddafi, Frankreich müsse «diejenigen ermutigen, die dem Terrorismus abschwören, die dem Besitz von Atomwaffen abschwören». Seine Regierung wolle «mit all denen sprechen, die auf den Weg der Achtbarkeit zurückkehren wollen und sich wieder in die internationale Gemeinschaft integrieren wollen».