10. Dez 2007 10:05
Das Kommen des libyschen Staatschef Gaddafi setzt den französischen Präsidenten Sarkozy unter Druck. Auch Kouchner kritisiert Gaddafi-Besuch. Es ist eigens ein Beduinenzelt im Garten der Pariser Gästeresidenz aufgebaut worden.
Auf dem Europa-Afrika-Gipfel in Lissabon verteidigte Sarkozy den Besuch Gaddafis gegen Kritik. Ursprünglich war der Besuch für die Dauer von drei Tagen angekündigt. Gaddafi, der den offiziellen Titel «Revolutionsführer» führt, hat die Reise jedoch auf sechs Tage verlängert. Er übernachtet in der offiziellen Gästeresidenz des Staatspräsidenten in der Nähe des Elysée-Palastes. Aus Respekt für die «Wüstentradition» werde für Gaddafi ein Beduinenzelt im Garten errichtet, teilte Sarkozys Sprecher David Martinon mit. Es ist geplant, dass Sarkozy und Gaddafi zwei Mal zu Gesprächen zusammentreffen.Libyen war jahrzehntelang international isoliert und galt als Unterstützer des internationalen Terrorismus. Die Wende kam 2003, als sich die Regierung zur Entschädigung der Hinterbliebenen des Bombenanschlags von Lockerbie bereitfand und ihren Verzicht auf ein geheimes Atomwaffenprogramm erklärte.
Nach scharfer Kritik von Menschenrechtsorganisationen und der Opposition äußerte nun auch Außenminister Bernard Kouchner am Montag Kritik. Der Besuch falle ausgerechnet auf den Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, schrieb Kouchner in einem Beitrag für die Tageszeitung «La Croix». «Zufall, gutes Vorzeichen oder Provokation?» Jeder Aktivist erinnere sich, dass Gaddafi «professionell» Menschenrechte verletzt habe, fügte der Mitgründer der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» hinzu.(dpa)