09. Dez 2007 18:34
Wahlkampf in den USA geht nicht ohne medienwirksame Auftritte der Kandidaten. Barack Obama setzt auf Unterstützung der Schwarzen - und Oprah Winfrey half. Hillary Clinton brachte indes ihre 88-jährige Mutter ein.
Wenn Oprah Winfrey in den USA öffentlich auftritt, dann strömen die Menschen zu den Veranstaltungen. Obama hofft, dass ihre Popularität sich auch in Stimmen bei den anstehenden Wahlen niederschlägt. Zehntausende wurden am Sonntag zu den Wahlkampfauftritten von Winfrey mit Obama und dessen Frau in South Carolina und New Hampshire erwartet. In South Carolina waren die ursprünglich vorgesehenen 18.000 Eintrittskarten so schnell vergeben, dass die Organisatoren entschieden, die Veranstaltung in ein 80.000 Zuschauer fassendes Football-Stadion zu verlegen.In Des Moines im US-Staat machte Winfrey vor tausenden Menschen am Samstag deutlich, dass sie einen Wandel nach Jahren der Bush-Regierung will und dass es nicht unbedingt Hillary Rodham Clinton sein muss, die Frau des früheren demokratischen Präsidenten Bill Clinton. Hillary Clinton hatte erklärt, Obama habe nicht die nötige Erfahrung, um die USA führen.
Ohne Clinton beim Namen zu nennen, sagt Winfrey dazu: «Die Zeit, die jemand in Washington verbringt, bedeutet nichts.» Obama habe sich schon immer klar und eindeutig gegen den Irak-Krieg ausgesprochen. Clinton ihrerseits brachte am Wochenende ihrerseits ihre 88-jährige Mutter Dorothy Rodham und Tochter Chelsea in den Wahlkampf ein.
Vor allem der erste Auftritt ihrer Tochter wäre an einem normalen Wahlkampfwochenende in den USA sicher eine große Nachricht gewesen. So ging dies aber fast in dem ganzen Rummel um Winfrey unter. In Iowa, wo die Demokraten am 3. Januar abstimmen, ist das Rennen noch völlig offen. Obama, Clinton und John Edwards liegen hier fast gleichauf.
Obama trat in Iowa nach Winfrey auf die Bühne und räumte ein, dass er nicht glaube, dass die Menschen wegen ihm gekommen seien. Und tatsächlich gingen auch einige. Aber viele hörten ihm dann doch zu. «Wollt ihr Oprah als Vizepräsident?» rief er der Menge zu, die mit enthusiastischem Beifall antwortete. Und Obama fügte hinzu: «Euch ist klar, dass das eine Herabstufung wäre?» (Nedra Pickler, AP)