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Moskau kritisert westliche Wahlbeobachter

04. Dez 2007 10:46
Anhänger von Putin kritisieren westliche Wahlbeobachter
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Aus Sicht von kremeltreuen Politikern waren nicht die Duma-Wahlen manipuliert, sondern die westlichen Beobachter. Sie wären «in ihrer Freiheit und der Objektivität ihrer Beurteilungen eingeschränkt».

Russland hat die Kritik des Westens an vermeintlichen Demokratiedefiziten bei den Parlamentswahlen am Sonntag energisch zurückgewiesen. Die «negative Bewertung» sei politisch motiviert, sagte ein Sprecher der Wahlleitung am Montag in Moskau. «Es wurden keine Fakten dafür vorgelegt, dass die Wahl bestimmte Standards nicht erreicht hat», sagte Konstantin Kosatschow, Vorsitzender des Duma-Ausschusses für internationale Beziehungen.

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  • Westliche Wahlbeobachter und die Bundesregierung erklärten, der haushohe Sieg der Kremlpartei «Geeintes Russland» mit Präsident Wladimir Putin an der Spitze sei nicht demokratisch zustande gekommen. Sie verlangten Aufklärung von Manipulationsvorwürfen.

    Nach Ansicht Kosatschows war die westliche Presse für die negative Bewertung verantwortlich. «Noch ehe die Beobachter ihre Beurteilung abgaben, wurde die westliche Presse von negativen Einschätzungen überflutet», sagte er der Agentur Itar-Tass. Für Kosatschow war dies ein Beweis für eine «orchestrierte Aktion» und massiven Druck auf Moskau von außen. «Es ist offensichtlich, dass Beobachter in ihrer Freiheit und der Objektivität ihrer Beurteilungen eingeschränkt sind.» Auch das russische Außenministerium sah eine Reihe «offener Fragen» in dem Verhalten westlicher Beobachter.

    Erneut Regierungsgegner festgenommen

    Die Konfrontation zwischen russischer Staatsmacht und Opposition fand am Montagabend eine Fortsetzung. In St. Petersburg nahm die Polizei elf Regierungsgegner fest, die gegen den Wahlverlauf demonstrieren wollten. In Moskau protestierten etwa 50 Oppositionelle vor der Zentralen Wahlkommission.

    Die Delegation der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilte in Moskau mit, die Wahl sei unfair und von Verletzung demokratischer Grundregeln wie Medien- und Versammlungsfreiheit geprägt gewesen. Die Wahlbeobachter der Parlamentarischen Versammlung der OSZE warfen der russischen Regierung «Machtmissbrauch» im Wahlkampf vor.

    Die Kremlpartei erhielt nach Auszählung von knapp 98 Prozent der Stimmen 64,1 Prozent. Damit verfügt die Partei über eine Zweidrittelmehrheit der Stimmen in der Staatsduma und ist somit in der Lage, die Verfassung zu verändern. Die Kommunisten holten als zweitstärkste Kraft 11,6 Prozent. Auf die nationalistischen Liberaldemokraten entfielen 8,2 Prozent. Die vor einem Jahr gegründete kremlnahe Partei Gerechtes Russland lag bei 7,8 Prozent. (nz/dpa)

     
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