Hoffnung für britische Lehrerin im Sudan
01.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die 54-Jährige aus Liverpool war am Donnerstag wegen Beleidigung des Islams zu 15 Tagen Haft verurteilt worden. Sie hatte ihre Schüler einen Teddy Mohammed nennen lassen und damit wütende Proteste in dem islamischen Land ausgelöst.
«Wir haben es von oberster Stelle, dass die sudanesischen Behörden im Zusammenhang mit ihrer Freilassung kooperieren werden», teilte Lord Ahmeds Büro der BBC mit. Gibbons Sohn John (27) sagte derweil in Liverpool, die Familie werde nicht in den Sudan reisen. «Wir hoffen, dass die Sache eher früher als später gelöst wird.» Er habe mit seiner Mutter gesprochen und sie habe sich «stark» angehört. Außenminister David Miliband habe ihm versichert, er tue alles, damit seine Mutter freigelassen werde.
Gibbons wurde unterdessen aus Sicherheitsgründen in ein anderes Gefängnis verlegt. Ihr Befinden sei gut, teilte ihr Anwalt mit. Es werde Wert daraufgelegt, dass sie die Haft ohne Probleme durchstehe, um die Beziehungen der Länder nicht zu belasten. Nachdem Gibbons ihre Strafe im Sudan abgesessen hat, soll sie an Großbritannien, die ehemalige Kolonialmacht in dem afrikanischen Land, ausgeliefert werden.
Am Freitag hatten tausende aufgebrachte Menschen in Khartum protestiert und den Tod der Frau gefordert. Aus Furcht vor ähnlichen Ausschreitungen wie nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Dänemark vor knapp zwei Jahren sicherten Polizisten die Stadt. Der Sprecher der sudanesischen Botschaft in London, Khalid al-Mubarak, sagte, die Proteste gingen von «Hitzköpfen» und «kompromisslosen» Moscheen aus. (dpa)

