netzeitung.deBush fordert zur Freilassung von Kasparow auf

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Kasparow wird bei einer Demonstration in Moskau festgenommen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kasparow wird bei einer Demonstration in Moskau festgenommen
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Der US-Präsident hat den russischen Staatschef aufgerufen, die in Russland verhafteten Oppositionspolitiker freizulassen. Eine Haftbeschwerde Kasparows wurde abgelehnt. Jetzt wollen seine Anwälte in Straßburg klagen.

US-Präsident George W. Bush hat die Behörden in Moskau zur Freilassung von Oppositionsführern aufgerufen, die kurz vor der Parlamentswahl am kommenden Sonntag festgenommen worden sind. Er sei zutiefst besorgt über die Aktionen, heißt es in einer am Montag in Washington veröffentlichten Erklärung des Präsidenten. Mehrere Menschenrechtler und Oppositionsführer, darunter Ex- Schachweltmeister Garri Kasparow, waren bei Protestveranstaltungen am vergangenen Wochenende festgenommen worden. Sie werfen der Moskauer Führung Wahlbetrug zur Begünstigung von Präsident Wladimir Putin vor.

Die Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit seien fundamentale Werte jeder demokratischen Gesellschaft, heißt es in der Erklärung Bushs. «Ich hoffe, dass die russische Regierung die internationalen Verpflichtungen in diesen Bereichen achtet, Vorwürfe des Missbrauchs untersucht und jene freilässt, die sich noch in Gewahrsam befinden», betonte der US-Präsident weiter.

Ein Gericht in Moskau lehnte am Montagabend die Beschwerde von Kasparows Anwälten gegen dessen Verurteilung zu fünf Tagen Haft wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht ab, wie die Agentur Interfax berichtete. Kasparow, der Putin vorwirft, einen «Polizeistaat» errichtet zu haben, war bereits in der Vergangenheit wegen regierungskritischer Aktionen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden.

Die Anwälte Kasparows kündigten am Montagabend eine Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg an. Bei dem Verfahren gegen Kasparow habe es «Falschaussagen von Polizisten und auch gefälschte Unterlagen» gegeben, sagte Anwältin Olga Michailowa der Agentur Interfax. (dpa)