27. Nov 2007 07:29, ergänzt 10:08
Die Proteste von Jugendlichen haben sich ausgeweitet. In der Nacht zu Dienstag brannten Barrikaden und es wurde offenbar scharf geschossen, die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Es gab mehr als 60 Verletzte.
Die Krawalle bei Paris nach dem Unfalltod zweier Jugendlicher haben sich am späten Montagabend auf sechs Gemeinden ausgeweitet. Bei Straßenschlachten von Jugendlichen mit der Polizei wurden nach unterschiedlichen Angaben französischer Sender zwischen 64 und 77 Beamte verletzt. Von Villiers-le-Bel griffen die Unruhen auf Ermont, Cergy, Goussainville, Sarcelles und Garges-lès-Gonesse über, wie die zuständige Präfektur mitteilte. Offenbar haben Randalierer in der Nacht zum Dienstag auch scharf auf die Polizei geschossen. «Ein Polizist wurde von einer großkalibrigen Kugel an der Schulter verletzt», teilte die Direktion für öffentliche Sicherheit des Départements Val d'Oise nach Medienberichten mit. Mehrere andere Beamte - die Zeitung «Le Parisien» spricht von 25 - wurden von Schrotgeschossen verwundet. Augenzeugen berichteten, Randalierer hätten Jagdgewehre in der Hand gehalten.
Auch mehrere Gebäude, darunter eine Bücherei, ein Kindergarten sowie mehrere Geschäfte, wurden von Randalierern angezündet. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Journalisten, die die Krawalle filmen wollten, wurden von Jugendlichen tätlich angegriffen. Zwei Kameraleuten wurde die Ausrüstung gestohlen. Auch Feuerwehrwagen wurden attackiert. Insgesamt wurden bei den Krawallen in Villiers-le-Bel und fünf anderen Pariser Vorstädten nach neuen Angaben 64 Polizisten verletzt, die meisten durch Wurfgeschosse. Die Polizei richtete ein Feldlazarett ein. Die Jugendlichen zündeten mehrere Gebäude an, darunter eine Bibliothek, einen Kindergarten, eine Schule und Geschäfte. Auch Dutzende Autos gingen in Flammen auf. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Journalisten, die die Krawalle filmen wollten, wurden von Jugendlichen tätlich angegriffen. Zwei Kameraleuten wurde die Ausrüstung gestohlen. Auch Feuerwehrwagen wurden attackiert.
Diesmal handelt es sich nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um einen Verkehrsunfall. Die Jugendlichen hatten dem Streifenwagen die Vorfahrt genommen. Die Polizisten hätten die heranrasenden Jugendlichen praktisch nicht sehen können, sagte die zuständige Staatsanwältin dem Sender LCI. Nach ersten internen Ermittlungen konnten die Beamten nichts für den Unfall, demnach fuhr das Motorrad viel zu schnell. Zahlreiche Zeugen berichteten aber, die Polizisten hätten sich nicht sofort um die sterbenden Unfallopfer gekümmert. Auch dies soll die Ermittlung klären.Kurze Zeit nach dem Crash versammelten sich dutzende, später hunderte Jugendliche in der Nähe des Schauplatzes. Bei Ausschreitungen wurden nach einer Schadensbilanz der Behörden zwei Polizeiwachen zerstört, etwa zwanzig Geschäfte und eine McDonald's-Filiale geplündert sowie dutzende Autos, Mülleimer und Telefonzellen verbrannt. (dpa/AP)