Papst lädt Dalai Lama aus
26.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das chinesische Außenministerium hatte nach der Ankündigung der ursprünglich für den 13. Dezember geplanten Audienz gegen den Empfang im Vatikan protestiert und betont, eine solche Begegnung würde in der Volksrepublik als «Beleidigung» aufgefasst. Auch die jüngsten Empfänge des geistlichen Oberhaupts der Tibeter durch Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident George W. Bush sowie Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper hatten jeweils zu heftigen Protesten der Regierung in Peking geführt.
Der Papst bricht mit der Ausladung eine von seinem Vorgänger Johannes Paul II. 1980 begründete Tradition von Begegnungen mit dem Dalai Lama. Noch im Herbst vergangenen Jahres hatte sich Benedikt und der im indischen Exil lebenden Dalai Lama getroffen. Aus diplomatischen Gründen hatten beide dies offiziell als «private Begegnung» ausgewiesenen.
Trotz der Absage aus dem Vatikan reist das geistliche Oberhaupt der Tibeter im Dezember nicht ohne offizielle Termine nach Italien. Parlamentspräsident Fausto Bertinotti sowie die Bürgermeister von Rom und Mailand, Walter Veltroni und Letizia Moratti, wollen mit dem Dalai Lama sprechen. (dpa/epd)

