netzeitung.dePapst lädt Dalai Lama aus

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Nach Protesten der chinesischen Regierung gibt es für den Dalai Lama keinen Empfang im Vatikan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nach Protesten der chinesischen Regierung gibt es für den Dalai Lama keinen Empfang im Vatikan
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Papst Benedikt XVI. hat einen Empfang für das geistliche Oberhaupt der Tibeter nun doch abgesagt. Beobachter vermuten den Protest der chinesischen Regierung gegen die geplante Audienz als Ursache.

Papst Benedikt XVI. empfängt den Dalai Lama bei dessen für Dezember geplanten Italien-Besuch nun doch nicht im Vatikan. Ein inoffiziell für den 13. Dezember vorgesehenes Treffen Benedikts mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter habe der Vatikan zurückgezogen. Damit bestätigte Pater Ciro Benedettini, der Vize-Direktor des vatikanischen Presseamtes, am Montag einen Bericht der Zeitung «La Repubblica».

Die Zeitung «La Repubblica» kommentierte, wahrscheinlich sei der Druck aus China auf den Heiligen Stuhl zu groß gewesen. Der Hintergrund: Die chinesische Armee war 1951 in Tibet einmarschiert. Seitdem betrachtet Peking die Region als einen Teil Chinas. Der Dalai Lama lebt in Indien im Exil.

Das chinesische Außenministerium hatte nach der Ankündigung der ursprünglich für den 13. Dezember geplanten Audienz gegen den Empfang im Vatikan protestiert und betont, eine solche Begegnung würde in der Volksrepublik als «Beleidigung» aufgefasst. Auch die jüngsten Empfänge des geistlichen Oberhaupts der Tibeter durch Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident George W. Bush sowie Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper hatten jeweils zu heftigen Protesten der Regierung in Peking geführt.

Der Papst bricht mit der Ausladung eine von seinem Vorgänger Johannes Paul II. 1980 begründete Tradition von Begegnungen mit dem Dalai Lama. Noch im Herbst vergangenen Jahres hatte sich Benedikt und der im indischen Exil lebenden Dalai Lama getroffen. Aus diplomatischen Gründen hatten beide dies offiziell als «private Begegnung» ausgewiesenen.

Trotz der Absage aus dem Vatikan reist das geistliche Oberhaupt der Tibeter im Dezember nicht ohne offizielle Termine nach Italien. Parlamentspräsident Fausto Bertinotti sowie die Bürgermeister von Rom und Mailand, Walter Veltroni und Letizia Moratti, wollen mit dem Dalai Lama sprechen. (dpa/epd)