26. Nov 2007 10:48, ergänzt 13:06
Nach einem folgenschweren Vorfall in einem Pariser Vorort haben Dutzende Jugendliche zwei Polizeiwachen angegriffen. Die Unruhen erinnern an Krawalle vergangener Jahre.
Auslöser der Unruhen waren widersprüchliche Zeugenaussagen zum Tod der jugendlichen Motorradfahrer. Die Version der Polizei besagt, dass zwei Jugendliche Jugendliche auf einem Mini-Motorrad mit einem Polizeiwagen in Villiers-le-Bel, etwa 20 Kilometer nördlich von Paris, zusammenstießen. Das Motorrad traf auf einer Kreuzung von links auf das Polizeifahrzeug, wie eine französische Zeitung berichtete. Nach Polizeiberichten wurden die Beamten auf die Fahrer aufmerksam, weil beide ohne Helm unterwegs waren. Bei dem Zusammenprall wurden beide Motorradfahrer so schwer verletzt, dass sie wenig später starben.Nach dem Unfall steckten aufgebrachte Jugendliche Mülltonnen und Autos in Brand.
Ein Polizist, der einen Streit mit aufgebrachten Anwohnern schlichten wollte, kam mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus.
Zeugen dagegen wollen gesehen habe, dass die Polizei die Jugendlichen regelrecht verfolgt habe. Dies brachte Anwohner gegen die Behörde auf und trieb Randalierer schließlich auf die Straßen. Polizei und Verwaltung betonten dagegen, es sei ein Unfall gewesen, es habe keine Verfolgungsjagd gegeben. Die Jugendlichen hätten den Beamten die Vorfahrt genommen. Die Polizisten des Einsatzwagens stehen nun unter dem Verdacht des Totschlags und der unterlassenen Hilfeleistung. Die Staatsanwaltschaft ermittele, sagte eine Sprecherin am Montag.Der Vorfall erinnert an die schweren Krawalle in Pariser Vorstädten im Herbst 2005 und 2006. Auch damals war der Tod zweier Jugendlicher der Auslöser. Diese wollten sich auf der Flucht vor der Polizei in einem Trafohaus verstecken. Dabei bekamen sie einen tödlichen Stromschlag. Darauf folgten Unruhen, bei denen Zehntausende Fahrzeuge und Hunderte Gebäude angezündet und zerstört wurden. (nz/dpa)