netzeitung.deSOS-Kinderdorf von Granaten getroffen

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Milizionäre in Somalia (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Milizionäre in Somalia
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Kinder und Mütter konnten während des Angriffs im somalischen Mogadischu in Schutzräume flüchten. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen haben Granaten das SOS-Kinderdorf in der somalischen Hauptstadt Mogadischu getroffen. Die Kinder und Mütter konnten während des Angriffs am Donnerstag in Schutzräume flüchten, teilte der Hermann-Gmeiner-Fonds, Träger der SOS-Kinderdörfer, am Freitag mit. Fünf Mitarbeiter hätten jedoch Verletzungen erlitten, als die Geschosse ihr Wohnhaus trafen. Die Kinder blieben vorerst in den auf dem Gelände eingerichteten Bunkern, hieß es.

Seit fast vier Wochen toben in Mogadischu die schwersten Kämpfe seit Jahresbeginn zwischen Regierungstruppen, äthiopischen Soldaten und islamischen Milizen. Dutzende Zivilisten starben bei den Auseinandersetzungen, hunderte wurden verletzt.

Ohne funktionierende Regierung
Hilfsorganisationen beklagten wiederholt, dass Verletzte auf der Straße verbluten, weil Ärzte und Sanitäter wegen der andauernden Schießereien nicht zu ihnen vordringen könnten. Allein in den vergangenen drei Wochen flohen fast 200.000 Menschen aus Mogadischu, insgesamt sind nach UN-Angaben eine Million Menschen in Somalia durch die andauernde Gewalt auf der Flucht.

Die Übergangsregierung, die vor knapp einem Jahr mit Hilfe Äthiopiens die Macht übernommen hatte, schafft es nicht, die Lage in Somalia unter Kontrolle zu bekommen. Seit 1991 ist das Land am Horn von Afrika ohne funktionierende Regierung. Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) sollen für Ruhe sorgen, bisher sind allerdings erst 1900 der erwarteten 8000 Friedenshüter eingetroffen. (dpa)