netzeitung.deKolumbien entzieht Chavez Verhandlungsmandat

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Präsident Chavez (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Präsident Chavez
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Anlass des Vertrauensverlusts soll ein Telefonat Chavez' mit dem Heereschef gewesen sein. Auch ein kolumbianischer Senator fiel in Ungnade.

Kolumbien hat dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez überraschend die Erlaubnis zu Verhandlungen über einen möglichen Austausch von Gefangenen gegen Geiseln der Rebellenorganisation Farc entzogen. Damit haben die Bemühungen um eine baldige Freilassung der Verschleppten einen herben Rückschlag erlitten.

Auch das Mandat des kolumbianischen Senators Piedad Cordoba sei nicht mehr gültig, teilte das Büro von Präsident Alvaro Uribe mit. Zur Begründung hieß es, Chavez habe sich über eine Anordnung hinweggesetzt, mit Heereschef Mario Montoya über die Angelegenheit zu sprechen. Cordoba habe Montoya angerufen und das Gespräch an Chavez weitergegeben.

Chavez wollte einen Austausch von hunderten in Kolumbien inhaftierten Guerilleros gegen rund 45 Geiseln herbeiführen, darunter die vor mehr als fünf Jahren verschleppte ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Seine Vermittlermission hatte er mit Uribes Zustimmung im August begonnen und seit Anfang November mit einem ranghohen Farc-Führungsmitglied in Caracas verhandelt.

Angehörige der Verschleppten hatten seine Bemühungen begrüßt und erklärt, zu einer Einigung komme es «entweder jetzt oder nie». Allerdings legte die Farc bislang keine Beweise dafür vor, dass die Geiseln noch am Leben sind. Direkte Verhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Rebellen sind im Januar 2002 gescheitert. (AP)