Musharraf lehnt Ende des Ausnahmezustands ab
Musharraf, der zugleich Staatspräsident und Armeechef ist, hat für Anfang Januar Parlamentswahlen angekündigt. Am Freitag hatte er einen Übergangspremier ernannt und damit den Weg für die Wahlen freigemacht.
Nach anfänglicher Annäherung war Bhutto auf Distanz zu Musharraf gegangen und hatte zum «Kampf der Demokratie gegen die Diktatur» aufgerufen. Musharraf ist der wichtigste regionale Verbündete der USA in ihrem Anti-Terror-Kampf.
Den beiden größten privaten Fernsehstationen des Landes wurde unterdessen die Ausstrahlung ihrer Programme per Satellit über Sendeanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten untersagt. GEO TV und ARY seien aufgefordert worden, ihre dortigen Anlagen abzuschalten, berichteten die TV-Sender in Islamabad. Sie vermuteten, dass die pakistanische Regierung dahintersteckt. Die Emirate hätten große Finanzinteressen in Pakistan, so dass es Musharraf sicher nicht schwer gefallen sei, sie zu diesem Schritt zu bewegen.
Im Nordwesten Pakistans entbrannten unterdessen schwere Kämpfe zwischen verfeindeten Muslim-Gruppen. Bei den Zusammenstößen zwischen Sunniten und Schiiten wurden nach Behördenangaben vom Samstag mindestens 34 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Die Kämpfe brachen aus, nachdem Bewaffnete nach dem Freitagsgebet in der Stadt Parachinar im Grenzgebiet zu Afghanistan eine Moschee beschossen hatten. In der Stadt marschierten Truppen auf, die Behörden verhängten eine Ausgangssperre. Spannungen in dem Stammesgebiet hatten bereits im April zu Zusammenstößen geführt, dutzende Menschen wurden getötet. (dpa)

