netzeitung.deChávez will Entschuldigung von Juan Carlos

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Venezuelas Staatschef Hugo Chavez (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Venezuelas Staatschef Hugo Chavez
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Venezuelas Staatschef Chávez schlägt zurück: Nach dem Eklat mit dem spanischen König Juan Carlos droht er damit, spanische Unternehmen zu überprüfen: «Ich will wissen, was die hier treiben.»

Nach dem Vorfall zwischen dem venezolanischen Staatschef Hugo Chávez und dem spanischen König Juan Carlos hat sich der Streit zwischen den beiden Ländern verschärft. Chávez kündigte am Mittwochabend im venezolanischen Barcelona an, er werde die Beziehungen zu Madrid einer «eingehenden Überprüfung» sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen und diplomatischen Bereich unterziehen.

Chávez forderte zugleich eine Entschuldigung von Juan Carlos und drohte damit, spanische Investments in Venezuela einzuschränken. Der spanische König hatte den Linksnationalisten am Wochenende auf dem Iberoamerika-Gipfel in Chile bei einer Diskussion verärgert angefahren: «Warum hältst Du nicht endlich den Mund?»

Chávez sagte, er werde die Aktivitäten spanischer Unternehmen überprüfen. «Sie müssen ihre Geschäfte offenlegen. Ich werde mir genau ansehen, was diese Firmen hier treiben». Spanien ist größter ausländischer Investor in Venezuela. Verschiedene Unternehmen investierten in dem Ölland seit der Machtübernahme von Chávez 1999 über 1,7 Milliarden Euro.

Als Faschist bezeichnet
Der spanische König habe in Santiago de Chile urplötzlich den Verstand verloren, erklärte Chávez. «Ich habe ihn nicht gehört, sonst hätte ich ihn zurechtgewiesen», meinte der Venezolaner. Dem spanischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero warf Chávez vor, er lasse sich vom Königshaus unter Druck setzen. Deshalb habe Zapatero in Chile seinen Vorgänger José María Aznar bei einer Attacke von Chávez verteidigt.

Der venezolanische Staatschef hatte auf dem Gipfel Aznar als einen «Faschisten» bezeichnet. Spanische Unternehmen beschuldigte er, einen Putschversuch im April 2002 in Venezuela unterstützt zu haben. Als Zapatero reagierte und Respekt forderte, und Chávez erneut dazwischenredete, fuhr Juan Carlos den Venezolaner an.

Chávez bekräftigte am Mittwoch den Vorwurf, die Regierung von Aznar und der König hätten vom Putschversuch gewusst. Die spanische Regierung vertrete die «Reichen» des entwickelten Nordens. «Auf der anderen Seite sind wir, diejenigen, die 200, 300, 400 Jahre lang von Spanien und Europa kolonisiert, geplündert und ausgebeutet wurden», klagte Chávez. (dpa)