13. Nov 2007 07:42, ergänzt 10:24
Die Nato darf ihre Gefangenen nicht mehr an die afghanische Polizei übergeben, fordert Amnesty International. Die Häftlinge würden misshandelt und gefoltert.
Zahllose Gefangene habe der NDS ausgepeitscht, extremter Kälte ausgesetzt oder nicht ausreichend mit Nahrung versorgt. Während Briten und Niederländer sich nachweislich bemühten, die Behandlung der Häftlinge in afghanischen Gefängnissen zu beobachten, gebe es in vielen Fällen keine derartige Kontrolle, kritisierte die Menschenrechtsorganisation.Die Nato wies diese Forderung nach einem Ende der Gefangenenübergaben zurück. «Der Isaf liegen keine Hinweise auf eine Misshandlung oder Folterung von Gefangenen vor, die von der Nato in afghanisches Gewahrsam überstellt wurden», sagte ein Nato-Sprecher. Amnesty stützt seine Vorwürfe unter anderem auf Medienberichte über Afghanen, die kanadische Nato-Truppen an die einheimischen Behörden überstellten und anschließend von Schlägen und Elektroschocks berichteten. Ein britischer Sender habe gefilmt, wie Soldaten einen Gefangenen an afghanische Sicherheitskräfte überreichten, die diesem mit dem Tod gedroht hätten. Davon unabhängig gebe es auch Hinweise auf Misshandlungen von Gefangenen durch den afghanischen Geheimdienst NDS, heißt es bei AI.
Während Briten und Niederländer sich nachweislich bemühten, die Behandlung der Häftlinge in afghanischen Gefängnissen zu beobachten, gebe es in vielen Fällen keine derartige Kontrolle, kritisierte die Menschenrechtsorganisation. Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und andere unabhängige Beobachter hätten nur eingeschränkt Zugang zu den Haftanstalten. Besonders im Süden und Osten Afghanistans seien regelmäßige Inspektionen aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der Nato-Sprecher sagte dazu, Afghanistan sei «ein souveränes Land mit einer Verfassung, die den Schutz der Menschenrechte einfordert». Es stehe der Nato nicht zu, «eine parallele Gefängnis-Struktur» aufzubauen.