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Krawalle bei Neonazi-Aufmarsch in Prag

11. Nov 2007 09:26
Ein massives Polizeiaufgebot steht im ehemaligen jüdischen Viertel von Prag, um einen Neonazi-Marsch zu stoppen.
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Trotz eines gerichtlichen Verbots haben Neonazis in Prag versucht, durch das ehemalige jüdische Viertel zu marschieren. Es kam zu Krawallen mit Gegendemonstranten, die Polizei musste einschreiten.

In der tschechischen Hauptstadt ist es am Samstag zu Krawallen gekommen, als Neonazis trotz eines Verbots der Behörden im früheren jüdischen Viertel der Stadt demonstrieren wollten. Sie wurden dabei von linken Gegendemonstranten angegriffen. Wie die Polizei mitteilte, wurden mindestens 250 Personen im ganzen Stadtgebiet festgenommen.

Darunter sind auch zehn Deutsch sprechende Linke, die mit Stöcken bewaffnet waren. Es gab mindestens sechs Verletzte, darunter einen Polizisten. Etwa 1400 Beamte waren in Prag mit gepanzerten Fahrzeugen, Wasserwerfern und zu Pferde im Einsatz. Sie beschlagnahmten etliche Waffen, darunter auch Äxte und Gaspistolen.

Der Aufmarsch war von den Rechten zum Jahrestag der antisemitischen Pogrome von 1938 geplant. Die Stadtverwaltung hatte den Marsch verboten. Dennoch riefen die Rechtsextremen vor allem über das Internet dazu auf, das Verbot zu ignorieren. Nach Berichten der Nachrichtenagentur CTK waren auch mindestens zwei Busse mit deutschen Neonazis nach Prag gekommen.

Führende Politiker und mehrere tausend Bürger beteiligten sich an Gegenkundgebungen vor Ort. «Wir sollten dem nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, denn das ist, was sie wollen: Das darüber geschrieben wird», sagte der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg zu dem Aufmarsch der Neonazis.

Bei Zusammenstößen wurden bis zum Abend rund 50 teilweise bewaffnete Rechtsextremisten festgenommen. Die Organisatoren wollten nach eigenen Angaben gegen die Stationierung tschechischer Truppen im Irak protestieren. Auch die jüdische Gemeinde in Prag hatte gegen den geplanten Marsch der Jungen Nationaldemokraten protestiert, die mit der neonazistischen Gruppierung Nationaler Widerstand in Verbindung stehen. (AP/dpa)

 
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