Londons Polizei wegen Todesschüssen verurteilt
01.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Richter erlegte der Londoner Polizei dafür eine Strafe von 175.000 Pfund auf sowie die Bezahlung der Gerichtskosten in Höhe von 385.000 Pfund - insgesamt umgerechnet 806.000 Euro. Einzelnen Polizisten wiesen sie keine individuelle Schuld an dem chaotischen Vorgehen bei der Verfolgung und Erschießung de Menezes zu.
Scotland-Yard-Chef Ian Blair betonte sein «tiefes Bedauern» über den «tragischen Tod». Scotland Yard werde sein Vorgehen bei der Verfolgung von Terrorverdächtigen überprüfen, um Gefährdungen von Unschuldigen so weitgehend wie möglich auszuschließen. Politiker der Opposition forderten nach dem Schuldspruch Blairs Rücktritt. Der Polizeichef lehnte dies ab. Innenministerin Jacqui Smith sprach ihm ihr Vertrauen aus.
Bereits im August war in einer Untersuchung kritisiert worden, der 27-Jährige Brasilianer habe keinerlei Chance gehabt, seine Unschuld zu zeigen, bevor die Polizisten in der U- Bahn-Station Stockwell sieben Schüsse in seinen Kopf feuerten. Staatsanwälte hatten im jetzigen Verfahren geltend gemacht, dass die Planung und Ausführung der Anti-Terroraktion durch zahlreiche «schockierende und katastrophale» Fehler beeinträchtigt war. (nz/dpa)

