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«Darfur-Waisen» stammen aus Tschad

30. Okt 2007 15:39
Die EU-Kommission fordert vom Tschad lückenlose Aufklärung
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Eine Hilfsorganisation wollte mehr als hundert afrikanische Kinder illegal nach Frankreich bringen. Die Wohltäter verschleierten deren wahre Herkunft.

Der versuchte illegale Transport von 103 Kindern aus dem Tschad nach Frankreich hat internationale Proteste hervorgerufen. Die umstrittene französische Hilfsorganisation «Arche de Zoé» hatte behauptet, es handele sich um Waisen aus der sudanesischen Krisenprovinz Darfur, die an Gasteltern vermittelt werden sollten.

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Wie ein Sprecher des französischen Außenministeriums am Dienstag mitteilte, haben die meisten dieser Kinder jedoch Eltern. Zudem stammten sie nicht aus dem Sudan, sondern aus dem benachbarten Tschad. Die Organisation «Arche de Zoé» hatte dagegen behauptet, sie habe Papiere von den Dorfchefs in Darfur, die belegten, dass die Kinder elternlos seien.

«Arche de Zoé» hatte nach eigenen Angaben zwei Monate eingeplant, um die Kinder auszusuchen, die sie bei französischen Gastfamilien unterbringen wollte. Der Anwalt der Organisation räumte unterdessen ein, dass die Aktion einen «anarchischen Charakter» gehabt habe.

Die EU-Kommission übte unterdessen scharfe Kritik an der Hilfsorganisation. Am Montag hatte bereits der französische Staatschef Nicolas Sarkozy das Vorhaben verurteilt. «Dies ist ein Einzelfall, dies ist das Ergebnis eines inakzeptablen Verhaltens», sagte ein Sprecher der Kommission am Dienstag in Brüssel. Die Hilfsorganisation habe nichts mit der EU-Kommission zu tun.

EU-Kommission distanziert sich

«Wir wollen sehr klar machen: Das ist kein Projekt der EU und es gibt kein EU-Geld für diese Organisation», hieß es. Die EU-Kommission arbeite im Tschad «seit langem mit einer Reihe von Nicht-Regierungsorganisationen, die in einer sehr schwierigen Umgebung äußerst professionell arbeiten».

«Man darf keine Verbindung herstellen zwischen diesem isolierten Vorfall und der riesigen humanitären Anstrengung, die im Osten des Tschad, in Darfur und in der Zentralafrikanischen Republik stattfindet», sagte der Sprecher. «Wir vertrauen darauf, dass die tschadischen Behörden diese ganze Angelegenheit aufklären. Es gibt sehr viele Fragen, die noch beantwortet werden müssen.»

Die EU will ab November eine rund 2500 Mann starke Schutztruppe für Bürgerkriegsflüchtlinge im Tschad einsetzen. Allein Frankreich soll 1500 Soldaten stellen, Irland 350 und Polen 300. Schweden, Belgien, Österreich und Spanien haben kleinere Kontingente zugesagt. Deutschland beteiligt sich nicht an der Truppe. (dpa)

 
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