netzeitung.deIrans Atom-Unterhändler legt sein Amt nieder

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Atomkraftwerk in Buschehr im Südiran (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Atomkraftwerk in Buschehr im Südiran
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

EU-Außenbeauftragter Solana wird am Dienstag mit einem neuen iranischen Atom-Unterhändler reden. Derweil lässt Teheran mal wieder verbal die Muskel spielen.

Der Iran hat damit gedroht, im Falle eines Angriffs massiv zurückzuschlagen. Innerhalb von einer Minute könnten «11.000 Raketen auf feindliche Stellungen» abgefeuert werden, sagte ein ranghoher Offizier der Revolutionsgarden, General Mahmud Tschaharbaghi, am Samstag laut einer Meldung des staatlichen Fernsehens.

Auf mögliche Angriffsziele ging er nicht ein, auch wurden keine Staaten namentlich erwähnt. US-Präsident George W. Bush hatte am Mittwoch vor einem Dritten Weltkrieg gewarnt, sollte der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Tags darauf relativierte seine Sprecherin die Äußerung als «rein rhetorische Anmerkung». Die iranische Regierung kritisierte, Bushs Aussage stelle eine Gefahr für den Frieden und die internationale Sicherheit dar.
Neuer Atom-Unterhändler
Derweil ist Irans Chefunterhändler im Streit um das Atomprogramm des Landes, Ali Laridschani, zurückgetreten. Er wolle sich auf «andere politische Tätigkeiten» konzentrieren, teilte ein Regierunsgsprecher in Teheran mit. Beobachter führen den Rücktritt auf Differenzen mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad zurück.

Sein Nachfolger wird nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA Vize-Außenminister Said Dschalili. In Teheraner Kreisen hieß es, der Wechsel gebe Ahmadinedschad freie Hand, dem weniger erfahrenen Dschalili seine Ansichten zu diktieren. Laridschani galt im Streit um das iranische Atomprogramm als moderater und einer diplomatischen Lösung gegenüber aufgeschlossener als Ahmadinedschad.

Auch der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, wertete Laridschanis Rücktritt als «klaren Sieg für Ahmadinedschad». Er zeige, dass die iranische Führung entschlossen sei, ihr Atomprogramm fortzusetzen, sagte Bolton. Die USA werfen Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran versichert dagegen, ihre nuklearen Aktivitäten dienten ausschließlich friedlichen Zwecken, in erster Linie der Energiegewinnung.

Am Dienstag ist ein Treffen des iranischen Atom-Unterhändlers mit dem EU-Außenbeauftragen Javier Solana geplant. Dabei soll die nächste Gesprächsrunde zwischen dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA vorbereitet werden. Das Treffen werde wie geplant stattfinden, sagte ein Teheraner Regierungssprecher. Statt Laridschani werde dessen Nachfolger mit Solana zusammenkommen. (AP/dpa)