17. Okt 2007 07:55
Die Militärjunta in Birma hat nach eigenen Angaben die meisten Festgenommenen wieder freigelassen. Demnach hat sie bei ihrem Vorgehen gegen die prodemokratischen Proteste fast 3000 Menschen verhaften lassen.
Die meisten der bei den Protesten in Birma Festgenommenen sollen nach Angaben der herrschenden Militärjunta wieder frei sein. Seit Mitte September seien in dem Land 2927 Menschen festgenommen worden, ließ die Regierung mitteilen. 468 seien noch in Haft, berichtete das Staatsfernsehen am Dienstagabend.Die meisten seien in Rangun festgenommen worden, insgesamt 2284 Menschen, hieß es. In der Hafenmetropole hatte Anfang September die Protestbewegung unter der Führung buddhistischer Mönche begonnen. Zehntausende demonstrierten friedlich gegen drastische Preiserhöhungen und schließlich gegen die Militärjunta.
Das Regime ließ Demonstranten und Mönche von Soldaten niederknüppeln und setzte Tränengasgranaten und schließlich auch Schusswaffen ein. Offiziell wurden zehn Tote eingeräumt, doch gehen Dissidenten von mindestens 200 Opfern aus. Die nächtlichen Razzien während der Ausgangssperre, bei denen auch Zuschauer der Proteste aus ihren Betten gerissen und festgenommen wurden, hatten international Empörung ausgelöst. Die Festgenommenen werden nach Angaben von Dissidenten gefoltert.
Die Mitteilung vom Dienstagabend war ungewöhnlich kurz und nicht wie üblich von anti-westlicher Propaganda begleitet. Birma-Kenner spekulierten deshalb, dass die Junta damit auf internationalen Druck reagierte, die Gefangenen freizulassen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich besorgt über das Schicksal der Gefangenen. Man versuche, Zugang zu den Inhaftierten zu erhalten, um ihre Behandlung einschätzen und ihre Familien unterrichten zu können, sagte IKRK-Direktor Pierre Krähenbühl am Dienstag in Genf. (dpa)