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Weltweit Lob für Nobelpreis-Entscheidung

12. Okt 2007 15:13
Al Gore fühlt sich selbst 'zutiefst geehrt'
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Die Vergabe des Friedensnobelpreises an Al Gore und den UN-Klimarat ist international positiv aufgenommen worden. Bundeskanzlerin Merkel lobte das Engagement der Preisträger für den Klimaschutz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore und dem UN-Klimarat IPCC «von ganzem Herzen» zum Friedensnobelpreis gratuliert. «Die Gefahren des Klimawandels gehören zu den größten Herausforderungen für die Menschheit im 21. Jahrhundert», sagte sie am Freitag in Berlin.

Gore habe «durch seinen persönlichen Einsatz wie kein zweiter dazu beigetragen, das weltweite Bewusstsein dafür zu schärfen, wirksame Strategien gegen die Klimaänderungen zu entwickeln», so Merkel.

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Das IPCC habe mit wissenschaftlichen Arbeiten in den letzten zwei Jahrzehnten «unser Verständnis für die Ursachen und Zusammenhänge des Klimawandels grundlegend geprägt und damit deutlich gemacht, dass wir jetzt handeln können und müssen», fügte die Kanzlerin hinzu.

Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) beglückwünschte Gore im Namen der Bundesregierung und sagte, er habe «das Thema Klimaschutz in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt». Die Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Fritz Kuhn bezeichneten die Entscheidung für Gore und IPPC als «klare Aufforderung zum Kampf gegen weitere Erderwärmung».

Gore: «Zutiefst geehrt»

Gore selbst sagte in einer Erklärung, er fühle sich «zutiefst geehrt». Weiter sagte er: «Wir haben es mit einer wirklichen globalen Bedrohung zu tun. Die Klimakrise ist kein politisches Thema, sondern eine moralische und geistige Herausforderung für die gesamte Menschheit.» Die Auszeichnung sei umso bedeutungsvoller, als er sie mit dem UN-Klimarat teile, sagte er.

Der indische IPCC-Chef Rajendra Pachauri sagte im norwegischen Fernsehen: «Ich bin völlig überwältigt. Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen.» Er habe vor der Entscheidung aus Oslo selbst öffentlich gesagt, dass Gore ihn wie kein anderer verdient habe.

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Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich «sehr erfreut». Das außergewöhnliche Engagement Gores sei ein Beispiel für die wichtige Rolle, die jeder Einzelne bei der Bewältigung weltweiter Probleme spielen könne.

Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Ole Danbolt Mjøs, hatte Gore zuvor als einen «seit Jahren weltweit führenden Umweltpolitiker» gewürdigt. «Gore hat wie kein anderer Mensch als Einzelner zur Schaffung eines breiten Bewusstseins für die Maßnahmen beigetragen, die nun nötig sind.»

Der UN-Klimarat hat nach Überzeugung der norwegischen Juroren mit seinen stark beachteten wissenschaftlichen Berichten seit zwanzig Jahren entscheidend zu einem breiten Konsens über das Ausmaß der Klimabedrohung beigetragen.

US-Regierung bleibt reserviert

Das Weiße Haus in Washington reagierte in einer ersten Stellungnahme positiv aber verhalten auf die Ehrung für Gore. «Natürlich freuen wir uns für (...) Gore und den UN-Klimarat, dass sie diese Anererkennung erhalten haben», sagte der stellvertretende Sprecher Tony Fratto am Freitag dem Fernsehsender CBS. In Brüssel gratulierte EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso dem US-Politiker: «Ihre Beiträge zur Vorbeugung des Klimawandels haben das Bewusstsein in der ganzen Welt erhöht.» Vor der Entscheidung hatte sich Barroso für eine Vergabe an Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl eingesetzt

Der Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie Professor Martin Claussen hofft, dass der Friedensnobelpreis für den UN-Klimarat und Al Gore der Wissenschaft mehr Gehör verschafft. «Der Preis ist ein politisches Signal. Ich hoffe, dass nun weltweit jene Stimmen mehr Gehör finden werden, die die wissenschaftlichen Resultate des UN- Klimareports anerkennen», sagte Claussen.

«Das ist ein Riesensignal, das genau zur richtigen Zeit kommt», sagte die Klimaexpertin der Umweltstiftung WWF, Regine Günther. «Wir sind glücklich, dass die entschlossene Aufklärung über den menschgemachten Klimawandel, die der UN-Klimarat und Al Gore weltweit bei den Menschen und an den Schaltstellen der politischen und wirtschaftlichen Macht leisten, mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt wird».

Umweltaktivistin 2004 gewürdigt

Das Nobelkomitee hatte schon 2004 mit der Vergabe an die Kenianerin Wangari Maathai Engagement für den Umweltschutz ausgezeichnet. Maathai hatte in ihrem Land unter anderem gegen die Abholzung von Wäldern gekämpft, deren Verschwinden die Lebensgrundlage vieler armer Menschen bedroht. Zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Friedenssicherung meinte das Osloer Komitee, die Erderwärmung vermindere auch die «Sicherheit der Menschheit».

Der Friedensnobelpreis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Nach Angaben des US-Senders CNN will Gore sein Preisgeld der von ihm gegründeten Organisation Alliance for Climate Protection zur Verfügung stellen. Sie setzt sich für Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise ein.

Gore ist auch der Vorsitzende der Organisation. Der Nobelpreis wird traditionell am 10. Dezember in Oslo überreicht. Im vergangenen Jahr erhielten der Bankier Mohammed Yunus und dessen Grameen-Bank die Auszeichnung für ihre Mikrokredite an arme Menschen. (AP/dpa)

 
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