10. Okt 2007 14:04
Ein Regimekritiker in Birma ist laut einer Exilanten-Gruppe bei einem Verhör durch die Militärjunta ums Leben gekommen. Unterdessen gehen die Verhaftungen weiter.
Die Behörden hätten die Angehörigen des 42-jährigen Win Shwe in den vergangenen Tagen über dessen Tod informiert, hieß es. Er war demnach zusammen mit fünf weiteren Aktivisten am 26. September inhaftiert worden. Seine Leiche sei bereits eingeäschert worden, hieß es.Von unabhängiger Seite wurde der Vorfall bislang nicht bestätigt. Allerdings lieferte die Organisation in der Vergangenheit immer wieder detaillierte und korrekte Informationen über die Situation politischer Häftlinge in Birma. Nach Angaben von AAPP setzen die Militärs auch Verwandte, Nachbarn und Freunde von Oppositionsmitgliedern unter Druck, um Informationen über deren Verbleib zu erhalten.
Die Menschenrechtler warfen der Junta zudem vor, weiterhin Regimegegner zu verhaften. Laut AAPP wurden binnen zwei Tagen in der früheren Hauptstadt Rangun mindestens fünf Menschen von Sicherheitskräften festgenommen.
Das Militärregime hatte die von buddhistischen Mönchen angeführten Massenproteste gewaltsam niedergeschlagen. Dabei sollen nach Angaben von Exilbirmanen hunderte Demonstranten getötet und tausende inhaftiert worden sein. Das brutale Vorgehen der Machthaber hatte weltweite Empörung hervorgerufen. Im UN-Sicherheitsrat verhinderte bislang jedoch vor allem die Veto-Macht China ein schärferes Vorgehen gegen das Regime.
Die USA arbeiten derzeit dennoch an einer neuen UN-Resolution zur Verurteilung des Regimes. Am Dienstag kursierte am UN-Sitz in New York ein US-Resolutionsentwurf, in dem die «Unterdrückung friedlicher Demonstrationen» und «die Anwendung von Gewalt gegen religiöse Personen und Institutionen» scharf verurteilt wird. In dem Entwurf wird die birmanische Regierung aufgefordert, alle «Unterdrückungsmaßnahmen», wie Festnahmen von Demonstranten, zu beenden. (nz)