03. Okt 2007 15:05, ergänzt 15:10
Bei einem Anschlag auf seinen Konvoi ist der polnische Botschafter im Irak verletzt worden. Polnische Truppen waren 2003 bei der US-Invasion beteiligt.
Der polnische Botschafter im Irak, Edward Pietrzyk, hat am Mittwoch einen Mordanschlag überlebt. Der 57-Jährige wurde mit leichten Brandwunden in ein US-Militärhospital gebracht, wie das polnische Außenministerium mitteilte. Ein polnischer Wachmann und ein Passant wurden bei dem Anschlag in Bagdad getötet. Neben dem Botschafter erlitten elf weitere Personen Verletzungen, darunter drei Wachleute des diplomatischen Konvois.Es habe sich offenbar um einen gezielten Anschlag auf den Botschafter gehandelt, sagte ein Sprecher des polnischen Außenministeriums. Die polnische Botschaft liegt nur einige hundert Meter vom Ort des Bombenanschlags im Stadtteil Karradah entfernt. Im Unterschied zur US-Botschaft und anderen internationalen Einrichtungen befindet sich die Vertretung nicht in der streng gesicherten Grünen Zone. In dem Stadtviertel liegt auch das alte Gebäude der deutschen Botschaft. Aus Sicherheitsgründen nutzen die deutschen Diplomaten jedoch inzwischen Gebäude im Stadtteil Mansur, die leichter zu schützen sind.
US-Botschafter Ryan Crocker und General David Petraeus verurteilten den Anschlag. Polen sei ein wichtiger und standhafter Verbündeter der USA im Irak und leiste einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Landes, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die US-Behörden beschlagnahmten Filmaufnahmen des Videonachrichtendienstes APTN mit der Begründung, dass die irakische Regierung Fotos und Filmaufnahmen vom Schauplatz von Anschlägen verboten habe.Pietrzyk wurde im April zum Botschafter im Irak ernannt. Vorher war der General sechs Jahre lang Kommandeur der polnischen Landstreitkäfte. Polnische Truppen wirkten an der US-Invasion im März 2003 mit. Zurzeit befinden sich noch rund 900 polnische Soldaten im Irak, die dort vor allem die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte unterstützen. Ihr Mandat läuft Ende des Jahres aus, wenn es nicht vorher verlängert wird.