netzeitung.deNeuer Anlauf für Einheit Belgiens

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Nicht nur Yves Leterme rätselt über die Zukunft Belgiens (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nicht nur Yves Leterme rätselt über die Zukunft Belgiens
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Schon vier Monate dauert die Suche nach einer neuen Regierungsmehrheit in Belgien. Flamen und Wallonen zweifeln, ob sie überhaupt noch zusammengehören.

Knapp vier Monate nach der Parlamentswahl in Belgien hat König König Albert II. den flämischen Christdemokraten Yves Leterme am Sonntag erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Er soll versuchen, die Christdemokraten und Liberalen Flandern und Wallonien auf eine gemeinsame Koalition einzuschwören. Die erste Verhandlungsrunde war nach fünf Wochen für gescheitert erklärt worden.

Leterme äußerte sich zunächst nicht zu dem Auftrag. Der flämische Nationalist Bart De Wever erklärte jedoch, zwischen den Landesteilen gebe es noch viele Konflikte. «Ich würde kein Geld auf ein Datum für die Amtseinführung der neuen Regierung setzen», sagte er. Der Königspalast hatte am Samstag erklärt, bei den Sondierungsgesprächen des Vermittlers Herman van Rompuy seien Fortschritte erzielt worden. Daher sollten die Koalitionsverhandlungen wieder aufgenommen werden.

Bricht Belgien entzwei?
Die Verhandlungen zwischen Christdemokraten und Liberalen waren vor allem daran gescheitert, dass sich die Politiker aus dem niederländischsprachigen Flandern und dem französischsprachigen Wallonien nicht auf eine Föderalismusreform verständigen konnten. Daraufhin war erneut über ein Auseinanderbrechen des Landes spekuliert worden.

Die Christdemokraten und die Liberalen, die jeweils in niederländischsprachige und französischsprachige Parteien aufgeteilt sind, hatten bei der Wahl am 10. Juni eine Mehrheit von 150 Sitzen im Parlament gewonnen. Die beiden Parteien aus Flandern fordern mehr Autonomie in den Bereichen Gesundheit, Justiz und Verkehr, was von Wallonien abgelehnt wird. In Belgien sprechen rund 6,5 Millionen Menschen Niederländisch und vier Millionen Französisch. (AP)