28. Sep 2007 10:45
Blogs und private E-Mais sind derzeit wichtige Kanäle, um Informationen aus Birma zu erhalten. Das Militärregime kappte nun Leitungen und Telefone. Selbst ein UN-Gesandter wird behindert.
Die Militärregierung in Birma hat das Internet nun als Feind erkannt und landesweit den Zugang zu dem Datennetz gekappt. Als offiziellen Grund gab die staatliche Telekomgesellschaft den Bruch eines unterseeischen Kabels an. Internet-Cafes blieben am Freitag geschlossen. Schon seit Beginn der Proteste vor wenigen Wochen hatte das Regime Webseiten gebblockt, auf denen kritische Informationen publiziert waren. Handys prominenter Unterstützer der Demokratiebewegung ließ die Regierung sperren.Birmanische Journalisten, die für staatliche oder private Medien arbeiten, werden seit 1962 von einem Zensurbüro streng überwacht, wie die Menschenrechtsorganisation «Reporter ohne Grenzen» erfuhr. Schlechter ist die Situation nur noch in Kuba, Eritrea, Turkmenistan und Nordkorea. Zudem erhielt seit August kein ausländischer Journalist ein Visum. Nur wenige ausländische Journalisten schafften es, mit Touristen-Visa in Birma zu arbeiten.
Parallel zur Cyber-Blockade riegelte die Militärregierung am Freitag auch wichtige Kreuzungen in der Nähe von Klöstern in Rangun und Mandalay mit Stacheldraht ab. Zudem erklärte sie fünf buddhistische Klöster zu Sperrzonen. In Rangun versammelten sich erneut mehrere Hundert Demonstranten. Am Mittwoch und Donnerstag waren nach Regierungsangaben insgesamt mindestens zehn Menschen bei Gewaltakten gestorben, darunter auch ein japanischer Fotojournalist. Die USA verhängten neue Wirtschaftssanktionen. Die Gemeinschaft der Asean-Staaten verlangten von der Regierung eine Lösung der Krise. Der von der Uno geschickte Sondergesandte Ibrahim Gambari kam nicht in Birma an, weil das Regime das Fehlen eines entsprechenden Visums monierte. (nz/dpa/AP)