26.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der UN-Vollversammlung in New York
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Merkel verlangt im Atomstreit schärfere Sanktionen gegen den Iran. Ahmadinedschad hatte zuvor vor den Vereinten Nationen moderate Töne angeschlagen, die Sanktionen aber als «Auflagen arroganter Mächte» verurteilt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in ihrer ersten Rede vor der UN-Vollversammlung für einen harten Kurs gegen den Iran im Streit um dessen Atomprogramm ausgesprochen. Sollte Teheran nicht einlenken, werde sich Deutschland «entschieden für weitere, schärfere Sanktionen einsetzen», sagte Merkel am Dienstagabend (Ortszeit) in New York.
«Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass der Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass er die Atombombe nicht will», forderte die Kanzlerin. Falls der Iran in den Besitz einer Atombombe käme, hätte dies «verheerende Folgen» für Israel, den Nahen Osten, aber auch Europa und die freie Welt, warnte Merkel.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dessen Besuch von massiven Protesten begleitet wurde, hatte zuvor in der Vollversammlung erklärt, der Streit um das Atomprogramm sei für sein Land beendet. Die Sache liege nun bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Der Iran habe sich entschieden, diesen legalen Weg zu gehen.
Iran werde Sanktionen ignorierenZugleich verurteilte Ahmadinedschad die Sanktionen des UN- Sicherheitsrats als «unrechtmäßige und politische Auflagen arroganter Mächte», die sein Land nicht beachte. Nahezu zeitgleich mit der Rede des iranischen Staatschefs sprach sich das US-Abgeordnetenhaus in Washington für weitere Sanktionen gegen Teheran aus. Derzeit diskutieren die fünf Vetomächte des Sicherheitsrats (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) und Deutschland über neue Sanktionen gegen Teheran.
Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy warnte erneut eindringlich vor einer Atommacht Iran: Atomwaffen in iranischen Händen würden eine «nicht akzeptable Gefahr für die Stabilität in der Region und der Welt» darstellen, sagte er in New York. (dpa/AP/nz)