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Merkel warnt den Rest der Welt

25. Sep 2007 07:26
Kanzlerin Merkel
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Dramatische Schäden sieht die Kanzlerin auf die Staaten zukommen, sollten sie den Ausstoß an Treibhausgasen nicht mindestens halbieren. Ein Experte hält den UN-Klimagipfel bereits für gescheitert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die großen Industriestaaten aufgefordert, Vorreiter bei der Reduzierung von Treibhausgasen zu werden. Der vom Menschen verursachte Klimawandel werde zu dramatischen Schäden führen, wenn die Welt jetzt nicht entschlossen handle, warnte Merkel am Montagabend auf dem Weltklima-Gipfel der Vereinten Nationen in New York.

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Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts müsse der Ausstoß von gefährlichen Treibhausgasen weltweit mindestens um die Hälfte reduziert werden. Im Unterschied zur US-Regierung, die sich trotz internationaler Kritik auf keine verbindlichen Reduktionsziele verpflichten will, drängte Merkel erneut auf ein globales Klimaabkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen. Nur auf diesem Wege seien ein fairer Ausgleich der Interessen und wirtschaftliche Anreize für Entwicklung und Einsatz neuer Umwelttechnologien zu erreichen.

Hintergrund:
An der eintägigen Welt-Klimakonferenz der Vereinten Nationen nahmen rund 80 Staats- und Regierungschefs teil, nicht aber US-Präsident George W. Bush. Merkel wird am späten Dienstagabend vor dem gesamten UN-Plenum in New York eine Ansprache auch zu diesem Thema halten. Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif forderte von Deutschland konkrete Klimaschutzanstrengungen. Fachleute betonten die Bedeutung des Klimaschutzes für politische Entscheidungen, waren sich jedoch über seine Ursachen und Folgen uneins.

Latif glaubt nicht an einen Durchbruch zum Klimaschutz beim Gipfel in New York. «Dass sich die USA auf verbindliche Ziele zur Reduktion von Kohlendioxid einlassen, ist mehr als unwahrscheinlich», sagte er den Dortmunder «Ruhr Nachrichten». Auch Deutschland sei nicht glaubwürdig. 2006 sei der Treibhausgas-Ausstoß in der Bundesrepublik gestiegen. «Angela Merkel mag auf der internationalen Bühne zwar die große Klimaschützerin spielen. Aber irgendwann muss auch mal etwas Konkretes im eigenen Lande geschehen», sagte Latif.

Klimaschutz als allround-Argument

Die Zeitung «Die Welt» berichtete vorab unter Berufung auf eine Umfrage der Universität Mainz unter mehr als 130 deutschen Fachleuten, Experten seien der Meinung, der Kampf gegen den Klimawandel habe als Letztbegründung von Macht- und Gestaltungsansprüchen in Deutschland die Funktion übernommen, die Nation und Religion in der Vergangenheit besaßen. Der Klimaschutz legitimiere staatliche Eingriffe in die Energieversorgung, die Technologieförderung und den Wohnungsbau. «Mit dem Klima kann man alles begründen - von Subventionen für Wind- und Solarenergie, Vorschriften für den Bau von Eigenheimen und bis hin zur steuerlichen Behandlung von Dienstwagen», zitierte das Blatt aus der Erhebung.

Zugleich habe die Umfrage deutliche Unterschiede in der Einschätzung der Klimaentwicklung gezeigt, schrieb die Zeitung. 84 Prozent der Klimaexperten seien der Meinung, dass die klimatischen Prozesse noch nicht hinreichend verstanden seien. 46 Prozent gaben dem Menschen die Hauptschuld am Klimawandel, 27 Prozent eine Mitschuld. Ein gutes Viertel halte den Menschen für nicht verantwortlich für die Erderwärmung. Nur eine knappe Mehrheit der Forscher sehe in den Folgen des Klimawandels Gefahren für die Menschen. (nz/ddp)

 
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