13. Sep 2007 12:57
Ermittler lasen nach einer richterlichen Genehmigung den E-Mail-Verkehr der drei überwachten Muslime arabischer Herkunft mit. Heimliche Online-Durchsuchungen gab es keine.
Wie Buxbaum schilderte, lasen die Ermittler nach einer richterlichen Genehmigung den E-Mail-Verkehr der drei überwachten Muslime arabischer Herkunft mit. Der 22-jährige Hauptverdächtige soll Betreiber der Homepage der «Globalen Islamistischen Medienfront» für den gesamten deutschsprachigen Raum gewesen sein. Die Plattform wird vor allem dazu genutzt, Propaganda-Videos, Botschaften und Nachrichten des Terrornetzes Al Qaeda und ihm nahestehenden Gruppen zu verbreiten. Terroranschläge hätten sie jedoch nicht geplant. Den Hauptverdächtigen hatte der österreichische Rundfunk ORF bereits im Frühjahr interviewt. «Jedes Land, das Truppen in Afghanistan hat, ist Teil der Allianz. (...) Wir wollen auf unsere Art und Weise Anschläge verhindern», sagte der damals vermummte Mann in dem Beitrag vor laufender Kamera. «Der einzige Weg ist, dass Regierungen ihre Truppen aus Afghanistan zurückziehen.» In dem Video, für das die drei festgenommenen Österreicher arabischer Herkunft verantwortlich gemacht werden, forderten die Verfaser den Rückzug aller Deutschen und Österreicher aus Afghanistan. Es war am 9. März auf der islamistischen Web-Seite «Stimme des Kalifats» erschienen.
Bei den Verdächtigen stellten die Fahnder einen Laptop, aber keine Waffen und keinen Sprengstoff sicher. Es gebe noch einen vierten Verdächtigen, doch bestünde gegen ihn kein Grund für einen Haftbefehl. Zwischen den in Wien festgenommenen Islamisten und den Entführern von zwei Deutschen im Irak gibt es möglicherweise eine Verbindung. Wie die Wiener Zeitung «Kurier» unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, häten die drei muslimischen Österreicher - zwei junge Männer und eine junge Frau - Kontakte zu den Entführern der beiden Deutschen Hannelore und Sinan K. gehabt. Sie könnten unter anderem die Erpresserbriefe für die Entführer verfasst haben.
Nach Angaben des Innenministeriums war einer der Festgenommenen 2003 auch im Irak. Die drei Verdächtigen, die ein Drohvideo gegen Deutschland und Österreich produziert haben sollen, wurden am Donnerstag in ein Wiener Untersuchungsgefängnis gebracht. (nz/dpa)