netzeitung.deLebenslänglich für philippinischen Ex-Präsidenten

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Estrada soll sich illegal ein Millionen-Vermögen angeeignet haben (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Estrada soll sich illegal ein Millionen-Vermögen angeeignet haben
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wegen Korruption ist der frühere philippinische Staatschef Estrada zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er selbst sieht sich als Opfer eines politischen Komplotts.

Der ehemalige philippinische Präsident Joseph Estrada ist am Mittwoch wegen Korruption zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Estrada wurde außerdem angewiesen, eine Villa und mehr als 730 Millionen Peso (elf Millionen Euro) plus Zinsen zu übergeben, die auf zwei Bankkonten entdeckt wurden.

Der Ex-Präsident bezeichnete seine Verurteilung als eine politische Entscheidung. Staatsanwalt Dennis Villa-Ignacio sagte dagegen, die Verurteilung zeige, dass das Justizsystem funktioniere. Estrada war vorgeworfen worden, Bestechungsgelder und Einnahmen aus illegalem Glücksspiel in Höhe von insgesamt vier Milliarden Peso (62 Millionen Euro) angehäuft zu haben.

Der frühere Filmstar wies die Anschuldigungen zurück. Er warf seiner Nachfolgerin Gloria Macapagal Arroyo vor, sich mit Kirchenführern und ranghohen Offizieren verschworen zu haben, um ihn aus dem Amt zu treiben. Estradas Sohn Jinggoy Estrada und sein Anwalt Eduardo Serapio wurden von allen Vorwürfen freigesprochen.

Ausschreitungen befüchtet
Estrada hatte vor dem Urteil Berufung angekündigt, sollte er verurteilt werden. Die Polizei hielt hunderte Anhänger Estradas vom Gerichtsgebäude in Manila fern. Auch um den Präsidentenpalast wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, da Präsidentin Arroyo Unruhen wie nach der Verhaftung Estradas im April 2001 befürchtete. Im Januar desselben Jahres war Estrada nach Massenprotesten des Amtes enthoben worden (AP)