Moskau soll Karadzic zur Flucht verholfen haben
10.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Moskau habe dann verhindert, dass der Westen Karadzic fassen konnte, sagte Hartmann, die sechs Jahre lang Sprecherin von Chefanklägerin Carla del Ponte war. Rückhalt habe Clinton von Großbritannien und Deutschland bekommen.
Karadzic und der frühere bosnische Serbengeneral Ratko Mladic sollen sich wegen Völkermordes vor dem Tribunal verantworten. Trotz des Drucks von del Ponte wurden bislang nicht festgenommen.
Laut Hartmann hatte Russland Karadzic im November 1997 vorübergehend in die Ukraine gebracht, als Nato-Truppen Bosnien nach den Flüchtigen durchsuchte. Der damalige französische Staatschef Jacques Chirac habe del Ponte damals von der Drohung des russischen Präsidenten Boris Jeltsin berichtet, notfalls ein Flugzeug nach Bosnien zu schicken, um Karadzic außer Landes zu schaffen. Eine Festnahme hätte Jeltsin niemals zugelassen, hieß es.
Chirac drang demnach auch deshalb auf die Festnahme Karadzics, weil 1995 zwei französische Piloten in die Hände der bosnischen Serben gefallen waren. Clinton nahm zu den Angaben Hartmanns bisher nicht Stellung, wie die britische BBC berichtete. (nz)

