Ohne massive Investitionen in Schulen und die Ausbildung von Lehrern werden nach Einschätzung von Unicef viele afrikanische und südasiatische Staaten das Millenniumsziel «Grundbildung für alle» bis zum Jahr 2015 nicht erreichen. Groß ist das Bildungsgefälle zwischen Jungen und Mädchen demnach in den afrikanischen Ländern Niger, Tschad, Burkina Faso sowie dem Jemen, Afghanistan und Pakistan. Auf 100 Jungen, die zur Schule gehen, kämen im Jemen gerade einmal 61 Mädchen, erklärte das Kinderhilfswerk. In Niger liegt dieses Verhältnis bei 100 zu 67, in Pakistan gingen pro 100 Jungen etwa 83 Mädchen zur Schule.
Die meisten Mädchen ohne Schuldbildung wachsen jedoch in Südasien auf: Hier besuchen nach Angaben von Unicef mehr als 23 Millionen Mädchen im Grundschulalter keine Schule, rund fünf Millionen mehr als bei den Jungen.
Dabei zahle sich gerade die Ausbildung von Mädchen doppelt aus, betonte Heide Simonis, Vorsitzende von Unicef Deutschland. «Selbstbewusste Mädchen, die zur Schule gehen, können sich eher aus Abhängigkeit und Unterdrückung befreien», sagte sie. «Und sie tragen entscheidend zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes bei.»