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Zwei Drittel aller Analphabeten sind weiblich

07. Sep 2007 14:58
In China erhalten mehr als 23 Millionen Mädchen im Grundschulalter keinen Unterricht
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Das Kinderhilfswerk Unicef fordert bessere Bildungschancen für Frauen. Benachteiligt sind vor allem Mädchen in Afrika und Südasien.

Von den weltweit mehr als 770 Millionen Menschen, die weder lesen noch schreiben können, sind nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef zwei Drittel Frauen.

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Vor allem in Afrika und Südasien bleibe Mädchen häufiger der Schulbesuch verwehrt als Jungen, erklärte die Organisation am Freitag anlässlich des Weltbildungstages am morgigen Samstag. Schätzungen zufolge haben rund 100 Millionen Jungen und Mädchen im Grundschulalter keinen Zugang zu Bildung.

Als Haupthindernisse gelten Schulgebühren und die schlechte Qualität des Unterrichts. Eine entscheidende Rolle spiele auch die Schulbildung der Mütter, erklärte das Kinderhilfswerk: Drei Viertel der Kinder, die nicht zur Schule gingen, hätten Mütter, die selbst keine Schulbildung bekommen hätten.

Höhere Investitionen gefordert

Ohne massive Investitionen in Schulen und die Ausbildung von Lehrern werden nach Einschätzung von Unicef viele afrikanische und südasiatische Staaten das Millenniumsziel «Grundbildung für alle» bis zum Jahr 2015 nicht erreichen.

Groß ist das Bildungsgefälle zwischen Jungen und Mädchen demnach in den afrikanischen Ländern Niger, Tschad, Burkina Faso sowie dem Jemen, Afghanistan und Pakistan. Auf 100 Jungen, die zur Schule gehen, kämen im Jemen gerade einmal 61 Mädchen, erklärte das Kinderhilfswerk. In Niger liegt dieses Verhältnis bei 100 zu 67, in Pakistan gingen pro 100 Jungen etwa 83 Mädchen zur Schule.

Die meisten Mädchen ohne Schuldbildung wachsen jedoch in Südasien auf: Hier besuchen nach Angaben von Unicef mehr als 23 Millionen Mädchen im Grundschulalter keine Schule, rund fünf Millionen mehr als bei den Jungen.

Dabei zahle sich gerade die Ausbildung von Mädchen doppelt aus, betonte Heide Simonis, Vorsitzende von Unicef Deutschland. «Selbstbewusste Mädchen, die zur Schule gehen, können sich eher aus Abhängigkeit und Unterdrückung befreien», sagte sie. «Und sie tragen entscheidend zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes bei.»

Bildung ist bestes Verhütungsmittel

Den Untersuchungen der Weltbank zufolge bringe die Investition in Mädchen den höchsten Ertrag, erklärte das Kinderhilfswerk: Je länger eine Mutter zur Schule gegangen sei, desto geringer sei auch die Kindersterblichkeit. Jedes zusätzliche Schuljahr senkt die Sterblichkeitsrate demnach um zehn Prozent.

Zugleich sei Bildung das beste Verhütungsmittel, weil Frauen mit Schulbildung später heirateten, später ihr erstes Kind bekämen und auch insgesamt weniger Kinder hätten. Außerdem setzten gebildete Frauen in der Regel alles daran, ihre Kinder ebenfalls zur Schule zu schicken. Auch von Aids seien gebildete Mädchen weniger bedroht, weil sie leichteren Zugang zu Informationen über die Immunschwächekrankheit hätten und selbstbewusster über ihr Sexualleben bestimmen könnten.

Im Rahmen der Kampagne «Schulen für Afrika» wurden Unicef zufolge in den vergangenen drei Jahren allein mit Spenden aus Deutschland mehr als 350 Schulen gebaut oder repariert und zehntausende Lehrer in Ausbildungskursen geschult. Bis 2015 sollen laut den Millenniumszielen weltweit alle Mädchen und Jungen mindestens eine Grundschule besuchen. (AP)

 
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