netzeitung.deLeichen entführter Politiker in Kolumbien entdeckt

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Tausende Kolumbianer waren im Juli auf die Straße gegangen, um gegen Entführungen zu protestieren. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Tausende Kolumbianer waren im Juli auf die Straße gegangen, um gegen Entführungen zu protestieren.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit mehreren Jahren sind über 50 kolumbianische Politiker und Militärs in der Gewalt der Rebellengruppe FARC. Jetzt wurden die Leichen von elf der Entführten in einem Massengrab gefunden.

In Kolumbien sind die Leichen von elf entführten Abgeordneten in einem Massengrab entdeckt worden. Experten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hätten die Leichen inzwischen geborgen und würden sie in Kürze in die südkolumbianische Großstadt Cali bringen, berichtete der Radiosender RCN am Dienstag unter Berufung auf einen engen Mitarbeiter des früheren Ministers Álvaro Leyva.

Nach Angaben der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) waren die Geiseln, die seit fünf Jahren in ihrer Gewalt waren, Mitte Juni bei einem Befreiungsversuch der Armee getötet worden. Die Regierung bestreitet dies. Laut FARC soll nur eine der insgesamt zwölf im April 2002 verschleppten Geiseln überlebt haben, weil sie sich während der Schießerei nicht in dem Lager befunden habe.

Das Grab sei nach einem entsprechenden Hinweis der Rebellen an einem nicht genannten Ort im Grenzgebiet zwischen den Provinzen Cauca und Valle del Cauca im Südwesten des Landes gefunden worden. In Cali warteten unterdessen Angehörige der Toten, um bei der Identifizierung zu helfen und die sterblichen Überreste entgegenzunehmen.

Die zwölf verschleppten Abgeordneten gehörten zu einer Gruppe von mehr als 50 Politikern und Militärs, darunter die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, die die FARC gegen inhaftierte Rebellen austauschen wollen. Allerdings scheiterten bisher alle Bemühungen um einen Austausch, weil der konservative Präsident Alvaro Uribe nicht auf die Forderung der Rebellen eingegangen war, mehrere Gemeinden im Südwesten des Landes zu demilitarisieren.

Inzwischen bemüht sich der venezolanische Präsident Hugo Chávez um eine Vermittlung in der Geiselkrise. Anfang Juli hatten zudem mehrere Millionen Menschen in Kolumbien gegen Entführungen demonstriert. Der Bürgerkrieg in Kolumbien zwischen Armee, paramilitärischen Milizen und Guerilla-Gruppen dauert seit mehr als 40 Jahren an. (nz/dpa)