Frau Sarkozy räumt Deal mit Libyen ein
04.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Cécilia Sarkozy sagte, sie habe 50 Stunden unnachgiebig verhandelt, auch direkt mit dem libyschen Staatschef Muammar Gaddafi die Komplexität der internationalen Beziehungen habe sie dabei weniger im Blick gehabt.
Ihre medial perfekt inszenierte Mission und das Engagement von Staatspräsident Nicolas Sarkozy wurden in Frankreich und im Ausland sehr kontrovers aufgenommen. Man warf ihnen vor, die Lorbeeren für ein lange von der EU vorbereitetes Abkommen geerntet zu haben. Zudem besteht der Verdacht, Paris habe Gaddafi mit einem weit reichenden Rüstungsdeal belohnt. Die französischen Sozialisten sprachen von einer «Sarko-Schau» und setzten einen Untersuchungsausschuss ein, um zu klären, ob es einen Zusammenhang zwischen der Freilassung und dem kurz darauf unterzeichneten Atomgeschäft zwischen Frankreich und Libyen gebe.
Cécilia Sarkozy räumte ein, sie habe Libyen Gegenleistungen in Form von medizinischer Ausbildung, Aids-Medikamenten und Visa für Aids-Patienten versprochen. «Was mich betrifft, so hat es lediglich medizinische Gegenleistungen gegeben», sagte sie. Die französische Regierung hatte bislang bestritten, dass es überhaupt Gegenleistungen gegeben habe.
Die Präsidentengattin sagte ferner, sie werden nicht vor der Untersuchungskommission aussagen. «Ich glaube, das ist nicht meine Aufgabe», sagte sie. Ein Regierungssprecher hatte kürzlich erläutert, dass die Immunität des Präsidenten auch für seine Ehefrau gelte, die er als Stellvertreterin entsandt habe. (nz/AP/dpa)

