Merkels Besuch in Japan steht neben dem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und der Abstimmung in den internationalen Krisen vor allem im Zeichen der deutschen G8-Präsidentschaft. Japan übernimmt mit dem Jahreswechsel den Vorsitz der Runde der acht führenden Wirtschaftsnationen. Merkel sagte, beide Seiten wollten bis zum nächsten G8-Gipfel in Japan im Sommer nächsten Jahres «versuchen, den Weg zu gestalten».Deutschland, die übrigen EU-Länder und Japan sind die Länder in der Welt, die sich bislang in der Frage der Treibhausgase am deutlichsten für die Vereinbarung von konkreten Abbauzielen stark machen. Abe hatte vor dem G8-Gipfel von Heiligendamm einen Plan zur Reduzierung der Treibhausgase um die Hälfte bis 2050 vorgesehen.
Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung. Einziger Unterschied: Als Basisjahr für die Berechnung will Merkel das Jahr 1990, Abe das Jahr 2007 festschreiben. 1990 käme Deutschland zu Gute, weil damals noch die Umweltbelastungen aus DDR-Zeiten zu spüren waren.
Abe trat für die Einbeziehung aller Treibhausgaserzeuger in das Nachfolgeabkommen von Kyoto ein, das 2012 ausläuft. Auch die Entwicklungsländer müssten einbezogen werden. Ähnlich wie Merkel bei ihrem China-Besuch formulierte auch Abe, dass die Länder dabei einen «flexiblen» Beitrag leisten müssten. Merkel hatte den Schwellen- und Entwicklungsländern zugestanden, dass die Industrieländer im Kampf gegen den Klimawandel vorangehen müssten, aber auch die aufstrebenden Staaten nach ihren Möglichkeiten einen Beitrag leisten müssten. Merkel betonte mit Blick auf die nach wie vor zögerliche Haltung der