28. Aug 2007 09:57
Wirtschaftswachstum und Umweltschutz schließen sich nicht aus, ist Außenminister Steinmeier überzeugt. Im Streit um die Ausbeutung des Nordmeeres plädiert er für eine Lösung am Verhandlungstisch.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat vor Verteilungskämpfen um Rohstoffe im Nordmeer gewarnt. Der Wettlauf um Öl und Gas zeige, warum Klima- und Energiethemen zu zentralen Themen vorausschauender Außenpolitik würden, schrieb der SPD-Politiker in einem Beitrag für die «Welt». Energiesicherheit und Klimaschutz sei eine doppelte Herausforderung. Am zweiten Tag seines Norwegen-Besuchs wollte er am Dienstag auf der arktischen Insel Spitzbergen eine deutsch-französische Forschungsbasis besichtigen.Steinmeier warb in seinem Beitrag in der «Welt» für eine weltweite Zusammenarbeit und nachhaltiges, Klima schonendes Wirtschaften. «Ich bin überzeugt: Wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung für Umwelt und Klima sind keine Gegensätze. Sie können sich sogar gegenseitig bedingen», schrieb der Minister. Eine rücksichtslose Konkurrenz um Ressourcen würde nicht nur der Umwelt, sondern allen schaden.
Steinmeier hatte am Montag seinen norwegischen Kollegen Jonas Störe in Tromsö getroffen. Beide Politiker erklärten dabei, sie sähen keinen Anlass zu der Befürchtung, Russland könnte seine territorialen Interessen am Nordpol anders als auf dem Verhandlungsweg durchsetzen.Russland hatte vor einigen Monaten in mehreren tausend Metern Tiefe unter dem Nordpol die Nationalflagge aufgestellt, um medienwirksam seine Ansprüche auf die Polarregion zu dokumentieren. Auch Kanada, die Vereinigten Staaten, Norwegen und Dänemark machen Ansprüche auf Territorien der Arktis geltend.