Für die Erhebung zu den sogenannten «Netz-Café-Flüchtlingen» hatte das Ministerium rund 2000 Übernachtungsgäste in 87 Internet-Cafés sowie außerhalb solcher Einrichtungen im ganzen Land befragt. Danach schlafen acht Prozent der Befragten in solchen Cafés, weil sie kein eigenes Dach über dem Kopf haben. Basierend darauf schätze das Ministerium, dass landesweit rund 5400 Menschen Internet-Cafés als Ersatzwohnung benutzen, hieß es.Viele von ihnen sind «Freeter» - eine Ableitung vom englischen «free» und dem deutschen «Arbeiter». So werden in der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt junge Leute genannt, die von einer Teilzeit-Arbeit zur nächsten springen.
Inzwischen arbeitet jeder dritte Beschäftigte in Japan mit einem zeitlich begrenzten Vertrag. Das hat dazu geführt, dass immer mehr Japaner in relativer Armut leben. Mancher leidet unter Depressionen oder an anderen Krankheiten. Wer nicht mehr arbeiten kann, verliert am Ende auch seine Wohnung. Zuflucht suchen viele Freeter dann in Internet-Cafés, die Übernachtungsmöglichkeiten samt Duschen bieten. (dpa)