netzeitung.deRanghoher Republikaner drängt zu Irak-Abzug

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US-Präsident George W. Bush (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Präsident George W. Bush
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Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Bush seine Irak-Strategie noch vehement verteidigt. Jetzt hat ihn einer seiner einflussreichsten Parteifreunde aufgefordert, einen Teil der Truppen abzuziehen.

Ein ranghoher republikanischer US-Senator hat nach einem viertägigen Besuch im Irak US-Präsident George W. Bush aufgefordert, einen Teil der US-Truppen im Irak nach Hause zu holen. John Warner, einer der einflussreichsten Senatoren im US-Kongress, rief seine Parteifreund Bush dazu auf, noch vor Weihnachten etwa 5000 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Das berichtete die «Washington Post» am Freitag.

Die USA müsse dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zeigen, dass der Irak- Einsatz nicht unbefristet sei, sagte der Senator aus Virginia. Die irakische Führung habe «unsere Truppen im Stich gelassen», kritisierte Warner.

Zuvor hatten die US-Geheimdienste die Regierung im Irak kritisiert und ein düsteres Bild der Sicherheitslage im Land gezeichnet. Das Ausmaß der Gewalt sei weiter hoch und die politische Führung sei nicht in der Lage das Land effektiv zu regieren, heißt es in einer Analyse aller 16 US-Geheimdienste.

Der Senator aus Virginia stehe schon seit längerem nicht mehr hinter der Irak-Strategie von Bush, berichtete die «Washington Post» weiter. Allerdings sei es das erste Mal, dass er einen konkreten Zeitpunkt für den Truppenabzug genannt hat.

Bush hatte erst vor wenigen Tagen seine Irak-Politik erneut vehement verteidigt. Er zog Parallelen zwischen dem Irak, dem Zweiten Weltkrieg und Vietnam und warnte vor einem verfrühten Rückzug. «Japans Militaristen und die Kommunisten in Korea und Vietnam waren von einer gnadenlosen Vision getrieben, wie die Menschheit zu funktionieren hat», hatte Bush vor US-Kriegsveteranen gesagt. Amerikaner seien getötet worden, weil sie sich gegen diese Ideologien stemmten. Die Äußerungen des Präsidenten sorgten für teils heftige Kritik von demokratischen Politikern, aber auch von Kriegsveteranen. (nz)