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WHO sieht Bürger weltweit von Seuchen bedroht

23. Aug 2007 20:01
Seuchen-Kontrolle am Flughafen
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Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit der Ausbreitung neuer, noch unbekannter Seuchen. Durch den global vernetzten Flugverkehr könnten sich Erreger rasch ausbreiten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eindringlich vor neuen Seuchenzügen gewarnt, die wegen der erhöhten Mobilität der Menschen schneller als je zuvor um die Welt gelangen könnten. «Fluglinien transportieren derzeit mehr als zwei Milliarden Passagiere jährlich und verstärken damit die Möglichkeit für die schnelle internationale Ausbreitung von infektiösen Erregern gewaltig», betonte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Mehr in der Netzeitung:
  • Neuer Seuchen-Verdachtsfall in Südengland 14. Aug 2007 15:48, ergänzt 16:23
  • Der am Donnerstag in Genf vorgestellte Weltgesundheitsreport 2007 berichtet von mindestens 39 neu entdeckten Krankheitserregern in den vergangenen 40 Jahren und verweist auf Aids, Ebola, Marburg-Fieber und Sars. Auch Vogelgrippe und die medikamentenresistente Tuberkulose seien große Gefahren.

    Hinzu komme der wiederkehrenden Ausbruch bekannter Krankheiten wie Cholera und Gelbfieber, sagte Chan. Beim Dengue-Fieber seien 1998 erstmals 1,2 Millionen Fälle in 56 Ländern registriert worden, heißt es in dem Report. Die Zahl verdopple sich nahezu alle zehn Jahre.

    Bei allen Erfolgen im Kampf gegen Krankheiten gebe es zugleich neue Gefahren durch resistente Erreger, etwa bei Tuberkulose, Durchfall, Malaria, Hirnhautentzündung und Aids. In dem WHO-Report heißt es zudem: «Es wäre extrem naiv und selbstzufrieden anzunehmen, dass es nicht früher oder später weitere Krankheiten wie Aids, ein neues Ebola oder ein neues Sars gibt.» Gesundheitsgefahren gehen aber nicht nur von Erregern aus, sondern auch von Chemikalien, Radioaktivität oder Umweltkatastrophen: Die Hitzewelle 2003 habe in Europa zu 35 000 Toten geführt.

    Als neu aufgetretene, große Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts wertet die WHO die Milzbrandbriefe 2001 in den USA, durch die fünf Menschen gestorben seien, das Auftreten des Schweren Akuten Atemwegsyndroms Sars 2003 und die 500 Tonnen giftiger Chemieabfälle, die 2006 von Europa zur Elfenbeinküste verschifft wurden. Sie führten zu 8 Todesfällen und rund 90 000 Erkrankungen.

    Die weltweite Gesundheitssituation sei alles andere als stabil. Das Bevölkerungswachstum, die rasche Verstädterung, intensive Agrartechniken und die Umweltzerstörung haben die Welt laut WHO in den vergangenen 60 Jahren dramatisch verändert.

    Kein einzelnes Land könne alleine auf alle Gesundheitsgefahren reagieren, heißt es in dem WHO-Report, der den Titel «Eine sicherere Zukunft» trägt. Nötig sei weltweite Solidarität im Kampf gegen die Krankheiten. Die WHO verwies auf ihre Internationalen Gesundheitsrichtlinien (IHR), die von fast allen Ländern schon umgesetzt seien. Damit sei die Meldung von Krankheiten und die Weitergabe der Daten an andere Länder erheblich verbessert worden. (dpa)

     
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