CIA-Kritik an Ex-Chef Tenet wegen 9/11
22.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
US-Geheimdienst erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-CIA-Chef George Tenet
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der US-Geheimdienst CIA hat seiner früheren Führung im Kampf gegen Al Qaeda schwere Versäumnisse vorgeworfen. Ex-CIA-Chef Tenet müsse für sein Versagen zur Verantwortung gezogen werden.
In einem internen CIA-Bericht werden dem früheren Direktor der US-Geheimdienstes, George Tenet, schwere Versäumnisse im Kampf gegen den Terrorismus im Vorfeld der Anschläge vom 11. September 2001 vorgeworfen. «Die Agentur und ihre Mitarbeiter haben ihre Verantwortlichkeiten nicht in befriedigender Art und Weise erfüllt», heißt es in dem bereits 2005 erstellten, aber bislang geheimen Dokument des CIA-Generalinspekteurs, das am Dienstagabend veröffentlicht wurde.
Die CIA-Führung habe nicht alle ihre Möglichkeiten bei der Bekämpfung Al Qaeda angewendet und nie einen umfassenden Plan erstellt, sie zu stoppen, schreibt General John Helgerson in der 19-seitigen Zusammenfassung. Sie habe «nicht immer effektiv und kooperativ gearbeitet». Tenet habe seine Befugnisse nicht ausgeschöpft, um Anschläge des Terrornetzwerkes zu verhindern.
In dem Bericht wird empfohlen, Tenet und andere Führungskräfte der CIA aus jener Zeit für ihr Versagen zur Verantwortung zu ziehen. In einer ersten Reaktion bezeichnete Tenet die Schlussfolgerung des internen Berichts als «schlicht falsch».
Nicht effektiv genugDie Erkenntnisse des Berichts entsprechen im Großen und Ganzen denen einer Kommission des US-Kongresses, die ihre Ergebnisse im Sommer 2004 vorgelegt hatte. Danach hatten geheimdienstliches Versagen und politische Fehleinschätzung der Terrorgefahr die Anschläge möglich gemacht. Das CIA-Dokument beschäftigt sich aber darüber hinaus eingehender mit Fehlern einzelner Personen. (dpa/AP)