netzeitung.deHeftige Proteste gegen Dreier-Gipfel in Kanada

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Gipfel-Gegner in Kanada demonstriert mit einem Schild: 'Wer schützt uns vor euch?' (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gipfel-Gegner in Kanada demonstriert mit einem Schild: 'Wer schützt uns vor euch?'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Von Afghanistan bis zum Nordpol reichen die Themen auf dem amerikanischen Dreier-Gipfel in Kanada. Hunderte Demonstranten gingen gegen die Regierungschefs auf die Straße.

Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei haben das Gipfeltreffen von Nordamerikas Regierungschefs am Montagabend im kanadischen Montebello überschattet. Die Polizei ging mit Tränengas gegen hunderte Globalisierungsgegner vor, während US-Präsident George W. Bush, sein mexikanischer Amtskollege Felipe Calderón und Kanadas Premier Stephen Harper über den Ausbau ihrer Wirtschafts- und Sicherheitspartnerschaft sprachen.

Aus Sorge über den Hurrikan «Dean» gab Calderón seinen Plan auf, nach dem Gipfel einer privaten Einladung des Gastgebers zu folgen. Er wolle so schnell wie möglich in die Sturmregion fliegen, um der Bevölkerung Beistand zu leisten. «Dean» rast mit Spitzengeschwindigkeiten von gut 250 Stundenkilometern auf die mexikanische Küste zu. Sowohl Bush als auch Harper sagten dem Nachbarland im Süden ihre Unterstützung bei der Schadensbeseitigung zu.
Von Afghanistan bis zum Nordpol
Die USA, Kanada und Mexiko hatten sich 2005 zu der so genannten Security and Prosperity Partnership (SPP) zusammengeschlossen und treffen sich seitdem jährlich zur Erörterung gemeinsamer Probleme. Neben Handels- und Grenzabsprachen standen jetzt Afghanistan, der Klimawechsel und der Anti-Drogen-Kampf in Lateinamerika auf der Agenda.

Die Regierungschefs befassten sich auch mit dem Nordpol: Erst kürzlich hatte Russland mit einer Tiefsee-Expedition Anspruch auf die Arktis erhoben. Die schmelzenden Gletscher wecken bei den Anrainer-Staaten Begehrlichkeiten, denn die reichen Gasvorkommen sind dadurch erheblich leichter abzubauen.

«Geheimniskrämerei»
Demonstranten warfen ihren Regierungschefs «Geheimniskrämerei», undemokratische Gesinnung und - mit Blick auf die Teilnahme von führenden Unternehmern - Unterwürfigkeit gegenüber den großen Konzernen vor. «In Mexikos Verfassung steht, dass die natürlichen Ressourcen der Bevölkerung gehören», empörte sich Alejandro Villamar, Mitglied des Mexikanischen Aktionsnetzes für freien Handel. Villamar beschuldigte Washington, sich nur an den Bodenschätzen seiner Nachbarländer bereichern zu wollen.

Viele Kanadier fürchten zudem, durch die enge Anbindung an die USA die eigene Souveränität zu verlieren. Aber auch in den USA ist die Anbindung an die Nachbarn im Norden und Süden umstritten. Bei einer Umfrage des Nachrichtensenders CNN fühlten 98 Prozent der teilnehmenden Amerikaner die Eigenständigkeit ihres Landes bedroht. (dpa)