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Merkel verteidigt Grönland-Reise

17. Aug 2007 18:51
Angela Merkel und Sigmar Gabriel bei ihrem Besuch auf Grönland
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Die Kanzlerin sieht sich durch die abschmelzenden Eismassen, die sie in Grönland gesehen, in ihrer Klimapolitik angesport. Es gebe gute Chancen für einen wirksamen weltweiten Klimaschutz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine positive Bilanz ihrer Grönland-Reise gezogen und die dort gewonnenen Erkenntnisse als weiteren Ansporn für eine engagierte Klimapolitik bezeichnet. «Das, was ich gesehen habe, wird mir die Kraft geben zusammen mit dem Umweltminister weiter zu handeln», sagte sie am Freitag nach einem Rundflug über mehrere vom Klimawandel gefährdete Gletscher.

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, die Reise habe ihm nochmals bestätigt, dass es einen von Menschen verursachten Klimawandel gebe. Der Besuch habe auch gezeigt, in welcher Geschwindigkeit sich dieser Wandel vollziehe. Mehrere Umweltverbände forderten Merkel zu verstärkten Anstrengungen gegen den Klimawandel auf.

Zum Abschluss ihrer Grönland-Reise zeigte sich Merkel zugleich optimistisch, dass ein international wirksamer Klimaschutz erreicht werden kann. «Wir haben alle Chancen, das Thema zu bewältigen», sagte die Kanzlerin bei ihrer Reise, bei der sie sich gemeinsam mit Gabriel über die Folgen des Klimawandels auf der größten Insel der Welt informiert hatte.

Rundflug über das Eis

Merkel machte deutlich, dass sich Deutschland weiter international für eine Halbierung der weltweiten Kohlendioxid- Emissionen bis 2050 einsetzen werde. Dabei sei klar, dass Europa vorangehen müsse. Aber auch die Schwellenländer wie China und Indien müssten ihren Beitrag leisten.

Vor ihrem Rundflug war Merkel von einer dänischen Wissenschaftlerin über Erkenntnisse zum Rückgang der Eismassen auf der Insel durch die Erderwärmung informiert worden. Das Abschmelzen der Eismassen auf Grönland führt nach Aussagen von Wissenschaftlern mit zum Anstieg des Meeresspiegels. Sieben Prozent des Anwachsens des Pegels gehen allein auf den Rückgang der Eismassen auf Grönland zurück.

Nach einem Gespräch mit dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen hatte Merkel am Donnerstagabend weitere weltweite Anstrengungen für den Klimaschutz gefordert. «Ich glaube, dass vor uns für die Bekämpfung des Klimawandels sehr entscheidende Jahre liegen», sagte die Kanzlerin. Deutschland werde auch im zweiten Halbjahr der G8-Präsidentschaft das Thema vorantreiben und sich in den laufenden internationalen Bemühungen mitengagieren.

«Nägel mit Köpfen»

Merkel verteidigte ihre Reise gegen Kritik der Opposition. Der Besuch diene auch dazu, den Menschen in Deutschland sichtbar zu machen, mit welcher Geschwindigkeit die Klimaerwärmung Folgen zeige. Die Zahl der Eisberge ist in den vergangenen Jahren nach Beobachtungen von Wissenschaftlern stark gestiegen. Vom Ilulissat-Gletscher brechen aufgrund der wärmeren Temperaturen auf der Insel immer mehr Eisberge ab und treiben in den Fjord. Zu Beginn des Besuchs hatte Merkel gemeinsam mit Gabriel und Rasmussen auf einer Schiffstour den mit Eisbergen übersäten Ilulissat-Fjord besichtigt.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verlangte einen drastischen Ausbau der erneuerbaren Energien und warnte vor dem Bau von Kohlekraftwerken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte, die Kabinettsklausur kommende Woche in Meseberg bei Berlin müsse «einen entscheidenden Durchbruch» für mehr Klimaschutz bringen. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn forderte im Fernsehsender N24 ein entschlossenes Handeln, die Linksfraktion «Nägel mit Köpfen». (dpa)

 
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