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Merkel sucht auf Grönland nach Klimawandel

16. Aug 2007 18:48
Eisberge vor Grönland
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Kanzlerin Merkel schaut sich gemeinsam mit ihrem Umweltminister Folgen des Klimawandels auf Grönland an. Die Opposition hält die Reise für Symbolpolitik - «eine Flucht in die Inszenierung».

Begleitet von Warnungen der Opposition vor einer rein symbolischen Umweltpolitik hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag ihre «Klima-Reise» nach Grönland angetreten. Merkel landete am Mittag in dem Ort Kangerlussuaq auf der größten Insel der Welt. Auf ihrer zweitägigen Grönland-Reise will sie sich über die Folgen des Klimawandels informieren. Die Insel gehört zu den Regionen, die am stärksten von der Erderwärmung betroffen sind.

Auf dem Flughafen wurde Merkel von dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen begrüßt. Eigentliches Ziel am Donnerstag war der Ort Ilulissat, wo sie sich bei einer Bootsfahrt durch den Eisfjord ein Bild über die Folgen der Erwärmung verschaffen wollte. Auf ihrem zweitägigen Besuch wird Merkel von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begleitet. Die Kanzlerin hat die Reise in einem Zusammenhang mit ihrer Präsidentschaft im Kreis der führenden Industrienationen und Russlands (G8) gestellt, wo der Klimawandel eines der Schwerpunktthemen ist.

«Entschlossenheit findet sich nicht im Packeis»

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Die Opposition warnte Merkel davor, in der Umweltpolitik allein auf Symbole zu setzen. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Die Reisegruppe Merkel/Gabriel wird im schmelzenden Grönlandeis nicht das finden, das sie am dringendsten bräuchte: die politische Entschlossenheit zum konsequenten Handeln gegen den Klimawandel. Die Reise ist eine Flucht in die Inszenierung.»

Nötig wäre stattdessen «solides politisches Handwerk, um die Hindernisse für eine Klimapolitik ohne Wenn und Aber an dem Ort zu überwinden, wo das nur geht: zu Hause», ergänzte Bütikofer. Auch FDP-Chef Guido Westerwelle warnte: «Natürlich ist es immer richtig, wenn die Kanzlerin ins Ausland reist, aber es ist ein historischer Fehler, die Umweltpolitik auf Symbolik zu beschränken.» Die Regierung sollte sich lieber fragen, «wieso auf dem G8-Gipfel alle anderen Regierungen auf den Ausbau der Kernenergie setzen und nur Deutschland einen schwarz-rot-grünen Sonderweg beschreiten soll», sagte Westerwelle der dpa.

Bootsfahrt im Eisfjord

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hatte zuvor darauf verwiesen, dass in Grönland die Folgen der Erderwärmung besonders drastisch seien, weil der Eispanzer und die Gletscher immer stärker abschmelzen. Merkels Besuch werde nochmals veranschaulichen, «welche Herausforderungen auf der Menschheit ruhen». Der Grund für das «große Tauen» auf Grönland ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Erderwärmung.

Nach der Landung in Ilulissat an der Westküste Grönlands wollte Merkel am Abend deutscher Zeit eine Bootsfahrt durch den Eisfjord machen. Die Kanzlerin dürfte in dem Fjord zahlreiche Eisberge beobachten können, die vom Gletscher abgebrochen sind und ins Meer treiben. Merkel folgt einer Einladung des dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, der sie gemeinsam mit dem Chef der grönländischen Selbstverwaltung, Hans Enoksen, auch begrüßen wollte. (dpa)

 
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