Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Globale Bevölkerungsexplosion erwartet

16. Aug 2007 17:46
In Afrika hat jede Frau durchschnittlich fünf Kinder
Bild vergrößern
Demografie-Experten erwarten bis 2050 einen Anstieg der Weltbevölkerung auf über neun Milliarden. Das stärkste Wachstum soll es in Afrika geben.

Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung in den Entwicklungsländern von heute 5,4 Milliarden auf acht Milliarden Menschen anwachsen. Die enorme Zunahme um fast 50 Prozent sagt der Datenreport «Weltbevölkerung 2007» voraus, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung am Donnerstag in Hannover veröffentlichte.

Mehr in der Netzeitung:
Laut dem Report wird sich die gesamte Weltbevölkerung von heute 6,6 Milliarden bis zur Jahrhundertmitte auf 9,3 Milliarden erhöhen. Allerdings wird dabei die Bevölkerung der Industrieländer nur von 1,22 auf 1,25 Milliarden Menschen anwachsen. Das mit Abstand höchste Bevölkerungswachstum erwartet die Stiftung in Afrika. Auf dem Kontinent werde sich die Bevölkerung in den nächsten 43 Jahren von heute 944 Millionen auf knapp zwei Milliarden mehr als verdoppeln, teilte die DSW mit.

In Afrika bringe jede Frau im Durchschnitt noch immer fünf Kinder zur Welt. Das starke Bevölkerungswachstum überfordere die meisten afrikanischen Länder, betonte die stellvertretende DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. In Afrika südlich der Sahara sei derzeit jedes vierte Kind unter fünf Jahren unterernährt. Die afrikanischen Länder seien schon heute nicht in der Lage, die Grundbedürfnisse ihrer Bevölkerung zu befriedigen.

Armut und Hunger nehmen zu

Die Entwicklungsländer hätten durch das anhaltende Bevölkerungswachstum keine Möglichkeit, Armut und Hunger zu bekämpfen. Bähr forderte die Bundesregierung auf, Entwicklungshilfegelder verstärkt für Programme zur Familienplanung und reproduktiven Gesundheit einzusetzen. Für das noch zu den Entwicklungsländern gezählte China prognostiziert der Report einen mäßigen Bevölkerungszuwachs um insgesamt neun Prozent von heute 1,318 Milliarden Menschen auf 1,437 Milliarden bis zur Jahrhundertmitte.

Für alle übrigen Entwicklungsländer sagt die Stiftung eine Bevölkerungszunahme um 62 Prozent von heute 4,1 Milliarden Menschen auf 6,6 Milliarden im Jahr 2050 voraus. Schlusslich bei der Bevölkerungsentwicklung bleibt nach dem Datenreport Europa. Zwar seien die Geburtenraten in einigen europäischen Ländern wie Spanien, Italien und vor allem Schweden gestiegen.

Von einem generellen Aufwärtstrend bei den Geburten in Europa könne man aber noch nicht sprechen, erklärte die DSW. Nach der aktuellen Projektion gehe der Anteil der Europäer an der Weltbevölkerung von heute elf Prozent der Menschheit auf sieben Prozent im Jahr 2050 zurück. Die Zahl der in Europa lebenden Menschen sinke von derzeit 733 Millionen auf 669 Millionen Mitte des Jahrhunderts.

Negative Folgen für Klimaschutz

Für die USA und Kanada erwartet der Report im gleichen Zeitraum ein Bevölkerungswachstum von 335 auf 462 Millionen. Der Report warnt vor negativen Auswirkungen des Bevölkerungswachstums auf den Klimaschutz. Die Industrieländer seien zwar mit einem Ausstoß von 11,7 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf die Hauptverursacher des Klimawandels, betonte die DSW.

Das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern drohe jedoch Fortschritte beim Klimaschutz in den Industrieländern zunichte zu machen. Selbst wenn es den Industrieländern gelinge, ihre Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 40 Prozent zu reduzieren, würde dies durch das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern wieder aufgehoben. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
Krümmungswinkel egal: 
Freiheit für die EU-Gurke
Nach Ende des Kaukasus-Kriegs: 
EU will Russland nicht mehr ausgrenzen
 
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
Trauerfeier zu Afghanistan-Soldaten: 
Jung würdigt Verdienste «gefallener Soldaten»
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.