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US-Kommandeur will Irak-Truppen verringern

16. Aug 2007 10:28
US-Militär im Irak
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Nach dem verheerenden Anschlag im Nordirak forderte am Donnerstag eine Explosion in Bagdad erneut Todesopfer. Der Kommandeur der US-Streitkräfte erwägt unterdessen, einen Teil der Soldaten abzuziehen.

In Bagdad sind am Donnerstag bei der Detonation einer Autobombe auf einem Parkplatz mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Der Sprengsatz sei neben einem Geschäftszentrum explodiert, berichtete der Nachrichtensender Al-Arabija. 17 weitere Menschen seien verletzt worden.

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Am Vorabend waren bei der Explosion von zwei Autobomben in einem kurdischen Wohnviertel der nordirakischen Stadt Mossul vier Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Bereits am Dienstagabend erlebten die Iraker einen der schlimmsten Anschläge seit dem Sturz von Saddam Hussein: Bei dem Attentat im Nordirak starben bis zu 500 Menschen. Die Terroristen hatten vier mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge in zwei Dörfern zur Explosion gebracht. Am Donnerstag wurden die Bergungsarbeiten in den Trümmern der zerstörten Häuser fortgesetzt.

Weniger US-Soldaten

Unterdessen plädierte der Kommandeur der US-Streitkräfte, David Petraeus, die Truppenstärke der im Irak eingesetzten US-Soldaten im nächsten Jahr zu verringern. Er bereite entsprechende Empfehlungen vor, die er im September dem Kongress vorlegen werde, sagte Petraeus am Mittwochabend in Bagdad.

Zur Zeit befinden sich im Irak mehr als 160.000 US-Soldaten, was einen Höchststand bedeutet. Allerdings wies Petraeus Forderungen nach einem schnellen und weitreichenden Abzug zurück. Dies würde die erreichten Fortschritte gefährden, «für die wir so hart gekämpft haben». Dass dies nicht sinnvoll wäre, zeige auch der jüngste verheerende Anschlag im Nordirak.

Immer mehr Selbstmorde unter Soldaten

Derweil stieg die Selbstmordrate unter US-Soldaten auf den höchsten Stand seit 26 Jahren. 2006 wählten 99 Soldaten den Freitod, wie aus einem Bericht des Pentagons hervorgeht. Die meisten von ihnen waren im Irak eingesetzt. Auch die Zahl der Selbstmordversuche war in dieser Gruppe am höchsten: «Es bestand eine signifikante Beziehung zwischen Selbstmordversuchen und der Anzahl von Stationierungstagen» im Irak oder in Afghanistan, heißt es in dem Bericht.

Mitte Juli hatte das von den Demokraten dominierte US-Repräsentantenhaus für einen Truppenabzug aus dem Irak innerhalb von 120 Tagen gestimmt. Trotz mehrfacher Veto-Drohungen von US-Präsident George W. Bush stimmten 223 Abgeordnete für und 201 gegen den Beschluss. Das Militär soll das Land bis April 2008 verlassen. Bush will allerdings erst im September über einen Kurswechsel im Irak nachdenken. (nz)

 
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