15. Aug 2007 19:24
Ein im Internet entdecktes Video aus Russland zeigt zwei gefesselte Männer, die offenbar von Nationalisten vor einer Hakenkreuzflagge umgebracht werden. Ermittler fahnden nach den Urhebern des Clips.
In Russland hat ein Video für Aufsehen gesorgt, auf dem die Ermordung zweier Männer durch vermummte russische Rechtsextremisten vor einer Hakenkreuzfahne zu sehen ist. Ermittler prüfen jetzt, ob die gezeigten Szenen echt oder gestellt waren.Die Staatsanwaltschaft nahm am Mittwoch einen Studenten fest, der das Video ins Internet gestellt haben soll. Gegen ihn werde wegen Schürens von Rassenhass ermittelt, meldete die Agentur Interfax aus der südrussischen Republik Adygeja. «Sollte es Anzeichen für einen Mord geben, werden wir entsprechende Ermittlungen einleiten», sagte der zuständige Staatsanwalt Alexander Beloussow.
Der knapp dreiminütige Film zeigt nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft einen Tadschiken und einen Einwohner der russischen Kaukasusrepublik Dagestan, die – gefesselt und geknebelt – offenbar ermordet werden. In dem Video fordert eine Nationalsozialistische Partei Russlands die «Deportation alle Kaukasier und Zentralasiaten von russischem Territorium».
Der gefasste Student hatte das Video nach eigenen Angaben per E-mail erhalten. Nach den Autoren des Films wurde weiter gefahndet. Bürgerrechtsorganisationen forderten zügige Ermittlungen in dem Fall. «Herauszufinden, wer dahinter steht, ist eine Frage der Ehre für unsere Rechtsschutzorgane», sagte Ludmila Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe.
Nach Angaben der Menschenrechtler gibt in Russland bis zu 70.000 Skinheads. Seit Beginn des Jahres griffen Rechtsextreme mehr als 300 Menschen aus nationalistischen Motiven an und töteten 36. Opfer waren vor allem Menschen aus dem Kaukasus und Zentralasien. (dpa)