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'Ndrangheta - der kalabrische Arm der Mafia

15. Aug 2007 13:35
Der Mord an Italienern in Duisburg war offenbar ein Werk der kalabrischen Mafia
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Die süditalienische Verbrecher-Organisation 'Ndrangheta ist auf Kokainhandel spezialisiert. Die «tapferen Männer» sollen damit sogar mehr verdienen als kolumbianische Drogenkartelle.

Lange Zeit stand die kalabrische 'Ndrangheta im Schatten der sizilianischen Cosa Nostra. Doch im Zuge der Fahndungserfolge in Sizilien seit Beginn der 90er Jahre hat sich das Blatt gewendet. Heute gilt die 'Ndrangheta mit einem geschätzten «Jahresumsatz» von 35 Milliarden Euro als eine der mächtigsten Mafia-Organisationen Europas.

Mehr in der Netzeitung:
  • Sechs Tote bei Bluttat in Duisburg 15. Aug 2007 07:10, ergänzt 15:53
  • Entsprechend ausgeweitet hat sich auch das Betätigungsfeld, längst haben die Mafiosi die schwer zugänglichen Bergregionen Kalabriens verlassen und sind in Deutschland, Frankreich und Belgien tätig. Sogar bis in die USA reicht ihr Aktionsradius. Als Spezialgebiet der 'Ndrangheta nennen Fahnder immer häufiger den Kokainhandel.

    Die Wurzeln der Organisation reichen bis ins 19. Jahrhundert. Angeblich leitet sich das Wort 'Ndrangheta vom griechischen «andragathos» ab, was «tapferer Mann» bedeutet. In den Ursprungsjahren der so genannten Ehrenwerten Gesellschaft verdienten die «Tapferen» ihr Geld vor allem mit Entführungen und Erpressung. Inoffiziellen Angaben italienischer Ermittler zufolge stehen etwa 7000 Mann im Dienst der 'Ndrangheta, unterteilt in etwa 100 Familienclans.

    Mächtiger als Kolumbiens Drogenbarone

    Die traditionell mächtigsten Familien stammen noch immer aus der Hochburg San Luca. Die europäischen Drogenfahnder zählen die 'Ndrangheta mittlerweile zu den mächtigsten Gruppen im europäischen Kokainhandel. Es heißt, die Organisation habe bereits die kolumbianischen Drogenkartelle in den Schatten gestellt. Weitere Einnahmequellen seien Geldwäsche, Waffenhandel und Erpressungen.

    Mehr im Internet:
    Wie stark die 'Ndrangheta aber immer noch ihrer Heimat verbunden ist, beweisen jüngste Zahlen, nach denen 70 Prozent aller Unternehmer in Kalabrien den verhassten «pizzo», das Schutzgeld, zahlen sollen. Die restlichen 30 Prozent der Unternehmen und Geschäfte befänden sich direkt in der Hand der Mafia. (dpa)
     
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