netzeitung.deZwischen Kongo und Uganda droht wieder Krieg

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Die Spannungen zwischen Uganda und Kongo verschärfen sich. Die ugandische Regierung wirft dem Nachbarstaat vor, LRA-Rebellen Unterschlupf zu gewähren.

Vier Jahre nach dem Abzug der ugandischen Truppen aus dem Kongo hat die Regierung in Kampala mit einem erneuten Einmarsch in das Nachbarland gedroht.

Uganda reagiere stufenweise und versuche, Überzeugungsarbeit zu leisten, sagte Verteidigungsminister Crispus Kiyonga der Zeitung «Daily Monitor» (Montagsausgabe). «Wenn die sanfte Art nicht funktioniert, werden wir härtere Maßnahmen ergreifen, ein Wiedereinmarsch eingeschlossen.»

Uganda wirft der Regierung von Präsident Joseph Kabila in Kinshasa vor, im Krisengebiet Ostkongo der Rebellengruppe LRA (Widerstandsarmee des Herrn) seit deren Flucht aus dem Sudan Zuflucht zu gewähren. Kampala führt mit der LRA zähe Friedensverhandlungen.

Die Entdeckung großer Öl- und Erdgasvorkommen im Westen Ugandas sowie unter dem Albertsee im direkten Grenzverlauf schürt den Konflikt. Außerdem sollen Regierungstruppen in jüngster Zeit mehrmals Vorstöße auf ugandisches Gebiet unternommen haben, bei denen unter anderem ein britischer Ölarbeiter getötet und vier ugandische Soldaten gefangen genommen worden sein sollen.

Insel besetzt
Kongolesische Soldaten hätten auf dem Albertsee eine von beiden Ländern beanspruchte Insel besetzt, sagte ein Armeesprecher. «Wir werden es nicht akzeptieren, dass ein anderes Land unser Territorium besetzt.» Nach Außen wirke die Situation ruhig, aber unter der Oberfläche sehe es anders aus. «Die Handlungen der Kongolesen sind aggressiv.»

Uganda hatte das damalige Zaire 1998 angegriffen. Auch damals lautete der Vorwurf, das Nachbarland beherberge aufständische Milizen. Auf internationalen Druck hin zogen Uganda und Ruanda, das ebenfalls in den Kongo einmarschiert war, 2003 ihre Truppen ab. (dpa)