09. Aug 2007 18:42
Saif al-Islam, Sohn des libyschen Herrschers Gaddafi, hat bestätigt, dass die jüngst befreiten Bulgarinnen gefoltert wurden. Die Sicherheitsbehörden hätten den Fall manipuliert.
Saif al-Islam erklärte nach Angaben des Senders auch, dass die Krankenschwestern und der Arzt nicht an der Infektion von mehr als 400 Kindern mit dem HI-Virus in einem Krankenhaus in Bengasi schuld gewesen seien. Die Sicherheitsbehörden hätten den Fall manipuliert. Er verwies auf eine Expertise des französischen Aids-Spezialisten Professor Luc Montagnier, der schon vor Jahren darauf hingewiesen hatte, dass das Aids-Virus bereits vor Eintreffen der Angeklagten in der Klinik aufgetreten war.Erst Mitte Juli hatte der Oberste Richterrat die erstmals 2004 verhängten Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Dies machte den Weg für die Rückkehr der Bulgarinnen in ihre Heimat frei, wo sie sofort begnadigt worden waren. Die Ausreise war erst nach langwierigen Verhandlungen zwischen Libyen und der EU über Entschädigungszahlungen an die Eltern der an Aids erkrankten Kinder und anderen Absprachen möglich geworden. Dabei spielte die von Saif al-Islam geführte Gaddafi-Stiftung eine entscheidende Rolle. Saif al-Islam gilt als möglicher Nachfolger seines Vaters als Revolutionsführer. (dpa)