netzeitung.deUS-Soldat wegen Mordes an Iraker verurteilt

 Herausgeber: netzeitung.de

Amerikanische Soldaten im Irak (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Amerikanische Soldaten im Irak
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zu einer langjährigen Haftstrafe ist ein amerikanischer Soldat verurteilt worden. Er wurde als einziger von insgesamt acht Angeklagten des Mordes an einem Iraker schuldig gesprochen.

Wegen Mordes an einem Iraker ist ein US-Marineinfanterist zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Militärgericht im kalifornischen Camp Pendleton kam am Freitag zu dem Schluss, dass der 23-jährige Lawrence Hutchins als Leiter seiner Einheit für die Tat im irakischen Hamdania im April 2006 maßgeblich verantwortlich war. Hutchins wurde als einziger von insgesamt acht Angeklagten des Mordes schuldig gesprochen.

Der Unteroffizier war ferner der einzige, der vor Gericht keine Reue zeigte. Allerdings erkannten die Geschworenen keinen Vorsatz zum Mord, so dass ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe erspart blieb. Hutchins wurde unehrenhaft aus den Streitkräften entlassen und vom Unteroffizier in den Rang eines Gefreiten degradiert.

Die Gruppe von acht US-Soldaten wollte nach einer Serie von Anschlägen einen mutmaßlichen Aufständischen töten. Als sie den Mann nicht finden konnten, nahmen sie der Anklage zufolge einen Nachbarn mit und erschossen diesen. Anschließend legten sie eine Schaufel und ein Ak-47-Sturmgewehr neben die Leiche, um den Anschein zu erwecken, dass es sich um einen Aufständischen gehandelt habe.

Vor Hutchins erhielt am Freitag ein weiterer Angeklagter wegen Verschwörung zum Mord eine Haftstrafe. Der 24-jährige Marshall Magincalda durfte das Gefängnis aber umgehend verlassen, weil er bereits 448 Tage in Gewahrsam saß. Er wurde vom Stabsgefreiten zum einfachen Gefreiten degradiert. Vom Vorwurf des Mordes wurde er freigesprochen.

Fünf der Angeklagten bekannten sich im Laufe des Verfahrens zu geringeren Vorwürfen wie schwerer Körperverletzung und Verschwörung zur Behinderung der Justiz und erklärten sich außerdem zur Aussage gegen ihre Kameraden bereit. Im Gegenzug wurden die Anklagepunkte von Mord und Freiheitsberaubung gegen sie fallengelassen. Sie erhielten Haftstrafen zwischen einem Jahr und acht Jahren. Ein weiterer Beteiligter wurde der Verschwörung und Freiheitsberaubung für schuldig befunden. Er wurde ebenfalls in seinem militärischen Rang degradiert und aus den Streitkräften entlassen, erhielt jedoch keine Haftstrafe.

Unterdessen sprach ein Militärgericht in Kentucky einen Soldaten der Vergewaltigung und Ermordung eines 14-jährigen Mädchens im Irak sowie des Mordes an ihrer Familie für schuldig. Der 22-jährige Jesse Spielman wurde nach Mitteilung der Justiz vom Freitag ferner der Verschwörung zur Vergewaltigung, des Einbruchs mit der Absicht einer Vergewaltigung und weiterer Vergehen überführt. Er stand deswegen vor dem Militärgericht in Fort Campbell. Das Strafmaß stand noch aus.

Das Spielman zur Last gelegte Verbrechens ereignete sich am 12. März 2006 in Mahmudija, rund 30 Kilometer südlich von Bagdad. Der Angeklagte bekannte sich vor Gericht geringerer Straftaten schuldig. Ihm wurde vor allem vorgeworfen, Schmiere gestanden zu haben, während Kameraden das Mädchen vergewaltigten und töteten. Wegen der Tat wurden bereits drei Soldaten zu Haftstrafen zwischen fünf und 100 Jahren verurteilt. (AP)