US-Soldat wegen Mordes an Iraker verurteilt
04.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Gruppe von acht US-Soldaten wollte nach einer Serie von Anschlägen einen mutmaßlichen Aufständischen töten. Als sie den Mann nicht finden konnten, nahmen sie der Anklage zufolge einen Nachbarn mit und erschossen diesen. Anschließend legten sie eine Schaufel und ein Ak-47-Sturmgewehr neben die Leiche, um den Anschein zu erwecken, dass es sich um einen Aufständischen gehandelt habe.
Vor Hutchins erhielt am Freitag ein weiterer Angeklagter wegen Verschwörung zum Mord eine Haftstrafe. Der 24-jährige Marshall Magincalda durfte das Gefängnis aber umgehend verlassen, weil er bereits 448 Tage in Gewahrsam saß. Er wurde vom Stabsgefreiten zum einfachen Gefreiten degradiert. Vom Vorwurf des Mordes wurde er freigesprochen.
Fünf der Angeklagten bekannten sich im Laufe des Verfahrens zu geringeren Vorwürfen wie schwerer Körperverletzung und Verschwörung zur Behinderung der Justiz und erklärten sich außerdem zur Aussage gegen ihre Kameraden bereit. Im Gegenzug wurden die Anklagepunkte von Mord und Freiheitsberaubung gegen sie fallengelassen. Sie erhielten Haftstrafen zwischen einem Jahr und acht Jahren. Ein weiterer Beteiligter wurde der Verschwörung und Freiheitsberaubung für schuldig befunden. Er wurde ebenfalls in seinem militärischen Rang degradiert und aus den Streitkräften entlassen, erhielt jedoch keine Haftstrafe.
Unterdessen sprach ein Militärgericht in Kentucky einen Soldaten der Vergewaltigung und Ermordung eines 14-jährigen Mädchens im Irak sowie des Mordes an ihrer Familie für schuldig. Der 22-jährige Jesse Spielman wurde nach Mitteilung der Justiz vom Freitag ferner der Verschwörung zur Vergewaltigung, des Einbruchs mit der Absicht einer Vergewaltigung und weiterer Vergehen überführt. Er stand deswegen vor dem Militärgericht in Fort Campbell. Das Strafmaß stand noch aus.
Das Spielman zur Last gelegte Verbrechens ereignete sich am 12. März 2006 in Mahmudija, rund 30 Kilometer südlich von Bagdad. Der Angeklagte bekannte sich vor Gericht geringerer Straftaten schuldig. Ihm wurde vor allem vorgeworfen, Schmiere gestanden zu haben, während Kameraden das Mädchen vergewaltigten und töteten. Wegen der Tat wurden bereits drei Soldaten zu Haftstrafen zwischen fünf und 100 Jahren verurteilt. (AP)

