netzeitung.deRussland will sich Arktis nicht nehmen lassen

 Herausgeber: netzeitung.de

Außenminister Sergej Lawrow (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Außenminister Sergej Lawrow
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

«Entdecker haben immer Fahnen aufgestellt» - die russische Regierung verteidigt ihre Arktis-Ansprüche gegen internationale Kritik.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den von Moskau erhobenen Anspruch auf die Bodenschätze im Nordpolarmeer gegen internationale Kritik verteidigt. Die laufende Arktis- Expedition solle wissenschaftliche Beweise dafür liefern, dass das Unterwassergebirge im Eismeer mit dem russischen Festland verbunden sei, sagte Lawrow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag.

Um die Position Russlands symbolisch zu bekräftigen, hatten Expeditionsmitglieder am Donnerstag am Nordpol in mehr als 4000 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund die russische Nationalfahne aus Titan aufgestellt.

Dänemark etwa hatte die Tauchaktion als «bedeutungslosen Gag für die Medien» bezeichnet. Auch andere so genannte Polarstaaten wie Kanada, die USA, Dänemark und Norwegen erheben Ansprüche. Außenminister Lawrow wies Kritik an der Flaggendemonstration zurück.

«Ich bin sehr verwundert darüber, Entdecker haben immer Fahnen aufgestellt», sagte er. Erstmals in der Geschichte der Nordpolarexpeditionen waren russische Mini-U-Boote am Donnerstag zum Meeresboden vorgedrungen. Russland erhebt seit 2001 Anspruch auf große Teile der Arktis einschließlich des Nordpols. Eine Entscheidung der Vereinten Nationen über die Forderungen ist derzeit nicht absehbar. (dpa)