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Bulgarien erfüllt seinen Teil des Libyen-Deals

02. Aug 2007 17:07
Zurück aus Libyen: Krankenschwestern und Arzt in Sofia (Archivbild)
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Trotz schwerer Folter-Vorwürfe gegen Libyen erhält das Land einen Schuldenerlass. Bulgarien reagiert damit auf die Freilassung der jahrelang inhaftierten Mediziner.

Mehr als eine Woche nach Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern aus achteinhalbjähriger libyscher Haft hat die Regierung in Sofia beschlossen, die Schulden Libyens in Höhe von 56,6 Millionen Dollar (41 Millionen Euro) zu erlassen. Das Geld soll als Beitrag Bulgariens an einen internationalen Fonds zur Unterstützung der an Aids erkrankten Kinder in Bengasi überwiesen werden, wie Außenminister Iwajlo Kalfin am Donnerstag in der bulgarischen Hauptstadt mitteilte.

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Die Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt waren in Libyen zunächst zum Tode, dann zu lebenslanger Haft wegen angeblich absichtlicher Ansteckung von mehr als 400 Kindern mit dem HI-Virus in einem Krankenhaus in Bengasi verurteilt worden. Internationale Experten hatten die Aids-Erkrankungen auf schlechte Hygiene in der Klinik zurückgeführt. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Bulgarien wurden die Schwestern und der Arzt begnadigt.

Zwei von ihnen schilderten dem Online-Magazin der Hamburger Zeitschrift «Stern» ihre Leiden: «Man schlug mich mit Büchern in den Nacken und mit Schläuchen auf die Fersen», sagte die 41-jährige Nassja Nenowa «stern.de». Vier bis fünf Mal sei sie außerdem mit Stromschlägen gefoltert worden. «Sie legten mich auf ein Bett und verbanden meine Hände und Füße mit Kabeln. Mit einem Gürtel schnallten sie mich unter der Brust fest, damit ich mich nicht bewegen konnte. Es sind unbeschreibliche Schmerzen.» Die 54-jährige Sneschana Dimitrowa berichtete, sie sei ebenfalls mit Stromstößen gefoltert worden. Außerdem sei sie an ihren zusammengebundenen Händen unter einem Türrahmen aufgehängt worden. (dpa)

 
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